Direktmarketing Blog

Trends, Tipps, Studien und mehr rund um das Thema Direktmarketing – Ein privater Blog von Jan-Philip Ziebold

E-Mail bleibt Onlinemarketing Umsatz-Booster Nr.1 – Eine Schnellzusammenfassung

Damit Unternehmen selbst, oder gemeinsam mit Ihrer Agentur, auch stets die richtigen Entscheidungen bei der Budget-Verteilung im Online-Mix treffen – und im speziellen bei der Mediaplanung des Kanals EMM (=E-Mail-Marketing) – ist es immer gut zu wissen, wo Trends hingehen (beispielsweise hinsichtlich Betreffzeilen, Landingpages, EMM-Technologien, etc.). Daher haben wir für Euch ein paar aktuelle EMM Infohappen als Schnellzusammenfassung zusammengetragen:

Generell kann man sagen: Trendkanäle wie Social Media und Mobile Marketing hin oder her, der effizienteste Kommunikationskanal ist immer noch das klassische E-Mailling :-) Okay, was soll ich nach dieser Überschrift hier auch auch anderes schreiben? ;-) Aber neben dem Fakt, dass es gut klingt, zeigen viele unterschiedliche Studien, Sachfakten und eigene Erfahrungswerte mit vielen Kundenkampangen ein klares Bild: E-Mail ist im Onlinemarketing Umsatz-Booster Nr.1.

Einer frische Studie von McKinsey zufolge ist EMM der „KundenanspracheUmsatz-Booster Nummer 1″. Denn über das klassische Instrument generieren Unternehmen vierzigmal so viele Kunden, wie beispielsweise über Facebook und Twitter zusammen. Kein Wunder also, dass der durchschnittliche Einkaufswert deshalb laut der Studie hier um 17% höher liegt, wenn er via EMM avisiert wurde.

Studie

Studie

Der aktuelle Report „2014 CMO Insights Survey“ (Quelle: Accenture Interactive) über zukünftige Herausforderungen und Effektivität aktueller Werbemedien, der sich aus einer Umfrage unter 600 Marketing-Führungskräften aus elf Ländern speist, stützt aktiv die Argumentation der Periodisierung des Kanals EMM. Im Rahmen dieser Umfrage bestätigten über die Hälfte (58%) der CMOs, dass E-Mail-Marketing für ihr Unternehmen nachhaltig wirkt. Man beachte, dass dem vor zwei Jahren noch lange nicht so war (damals 44%). Kein anderer Kanal punktete zuletzt so stark in so kurzer Zeit (+14 Prozentpunkte!). Nur den persönlichen Kontakt am Point-of-Sale, Branded Content und Print-Werbung schätzen Experten derzeit noch als effektiver ein.

Viele weitere Studien aus 2014, wie der „HubSpot Report – Science of Email 2014“ , „EMail Marketing Vendors Q3/2014„, etc. oder der Fachbeitrag von Techcruch mit dem Titel „Why Everyone Is Obsessed With E-Mail Newsletters Right Now“ sowie auch viele Fachartikel Dritter unter Absolit, stützen diese Ansicht nachhaltig und beleuchten den Kanal aus unterschiedlichsten Blickwinkeln (Ps.: Spannender, aber zugegebenermaßen etwas reißerischerer Lesetipp: „Wie aus einem Newsletter ein Unternehmen mit 14 Millionen Euro Umsatz wurde„.).

Neben diesen Perspektiven aus Marketingsicht erfreut sich E-Mail-Marketing aber nach wie vor auch größter Beliebtheit bei den Endkunden. Die Ergebnisse der 18. ARD/ZDF-Onlinestudie 2014 zeigen, dass das Medium E-Mail weiterhin die Liste der täglich am meisten genutzten Internetanwendungen anführt.

E-Mail bleibt also der Onlinemarketing-Umsatz-Booster Nummer 1 :-) Doch damit dieser Weg erfolgreich ist und bleibt, sind viele Aspekte zu berücksichtigen. Beispielsweise rechtliche Bestimmungen, die Gestaltung der Betreffzeile und des Mailings, der Zeitpunkt des Versands, etc.:

Rechtlich ist aktuell nur eine Endscheidung zu nennen, die auf das EMM Einfluss nimmt: das BGH Urteil vom 17.10.2014, das die “Tell-a-Friend”-Empfehlungsemails als SPAM angreift und daher das Abmahnrisiko hierfür erhöht. Ein Ende der Debatte ist mit dem BGH-Urteil aber nicht in Sicht, da die meisten Juristen die Auffassung vertreten, dass es durchaus erlaubt/gängig ist solch eine Funktion zu nutzen. Dennoch werden scheinbar vermehrt Onlinehändler u.a. auf Amazon abgemahnt (Ps.: Auch Werbung in Autoreply-Mails kann als unzulässiger Spam gelten! Siehe auch: AG Stuttgart, Urteil vom 25.04.2014, Aktenzeichen 10 C 225/14).

Hinsichtlich Handlungsempfehlungen für Marketer sind aktuell folgende Fakten spannender:  Im oben erwähnten aktuellen EMM Report „Science of Email 2014“ von Hubspot, der mehrere hundert Millionen E-Mails von Kunden ausgewertet hat, ist eins der wichtigsten Fazite in meinen Augen, dass im Schnitt über alle Altersgruppen rund 50% der Endkunden ihre E-Mails am Handy lesen. Es sind sogar über 70% bei einer Einschränkung der Zielgruppe auf die 18-44 jährigen. Die Tablet-Nutzung ist dagegen bei den 18-29 jährigen am geringsten (offensichtlich ziehen somit ältere Semester deren größeres Display den kleineren Smartphone-Screens vor).

Randnotiz: In den letzte 46 Wochen hat sich der der Anteil Mobile-optimierter Newsletter nahezu verdreifacht. Vor allem englischsprachige Werbemails haben kräftig beim Responsive Design nachgerüstet.

Klicktrends

Klicktrends

Smartphone-Nutzer klicken weniger auf Links! Doch was bedeutet das nun für Euch?: Das Ganze hat erhebliche Konsequenzen. Wir haben festgestellt, dass teilweise etwa 60% weniger auf die Links geklickt wird, wenn ein Newsletter mit dem Smartphone statt mit dem stationären Computer gelesen wird. Um die OR und CR der einzelnen Mailings weiter zu erhöhen, sollte man also die Adressaten besser am Computer erreichen. Doch WANN ist das genau?
Viele Tests haben ergeben, das zwischen neun und zwölf Uhr die Wahrscheinlichkeit, die Leser am Computer anzutreffen, am höchsten ist. Gegen Nachmittag nehmen die Klicks über mobile Endgeräte wieder zu.

Eigene Analysen sowie Studienvergleiche entzaubern aber auch regelmäßig manche Mythen: So werden bestimmte Begriffe oder Sonderzeichen, wie das Währungssymbol, aufgrund gängiger Spam-Filter zwar nicht automatisch von den Nutzern ferngehalten, aber weder die Signale free / kostenlos, noch „!“ oder „$“ in der Betreffzeile haben einen nennenswerten Effekt auf die Öffnungsrate. Hingehen verringert sich beispielsweise die Klickrate um sogar etwa 30%, wenn der Begriff „Newsletter“ in der Betreffzeile auftaucht. Die Empfänger – so einige Meinungen – argwöhnen dann nämlich, dass gar nichts Interessantes in der Mail steht. Sondern, dass sie nur deswegen verschickt wurde, weil es wieder mal Zeit für den Newsletter war….  ;-)

Abschließend noch ein Satz zur Benchmark-Studie des Dialogmarketing-Dienstleisters Epsilon, der die Zustell- und Öffnungsraten von Marketing-E-Mails in der gesamten EMEA-Region analysiert hat. Epsilon stellt hier fest, dass zwar alles durchaus stabil geblieben ist, doch die Klickraten zum Teil erheblich gesunken sind. Dies passt in das von mir eingangs skizzierte Bild der stetig steigenden Nutzung von mobilen Endgeräten. Der Abschwung gilt vor allem für Deutschland, wo die Raten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 43,9% niedriger ausfallen und nun einen Wert von nur noch 5,3% erreichen. In der gesamten untersuchten Region liegt die Klickrate heute bei 7,1% und ist damit im gleichen Zeitraum mit 20,4% deutlich weniger abgefallen. Es ist also klar an der Zeit, aktiv und immer mehr den Kunden passend zum mobilen Endgerät aufzufangen! Ich empfehle diesbezüglich meinen gesonderten Artikel „E-Mailings, so geht’s richtig: Bestehende Reichweiten besser Ausschöpfen und ihre Kampagnen-Sichtbarkeit erhöhen“ zu lesen! :-)

Ps.: Ich möchte der Form halber doch noch auf eine bereits ältere Studie aus der GSI Commerce „The Purchase Path Of Online Buyers“ verweisen, die anhand einer „Customer Journey“-Analyse ausgewertet hatte, welchen Beitrag die einzelnen Werbekanäle zur Generierung der Abverkäufe beitrugen. EMM war hier der häufigste Initiator bei Verbrauchsgütern, und das bereits 2012! Diese Erkenntnisse sind natürlich wichtig, hinsichtlich einer effektiven Budget-Verteilung im Online-Mix. Auch zeigt die Studie noch eine weitere klare Tendenz: Weder Suchmaschinen- noch Affiliate- noch Display-Marketing tragen in vergleichbarem Umfang bei einer Customer Journey Betrachtung zur Stimulierung der Abverkäufe bei, wie das EMM.

Ich hoffe Euch mit diesen kleinen Infohappen spannenden Imput geliefert zu haben, der Euch in der Praxis aktiv weiter bringt :-)

Mit den besten Grüßen aus der Ruhr Stadt Essen,
Jan-Philip Ziebold

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E-Mail-Werbung: Darlegungs- und Beweislast für die Einwilligung des Adressaten

Rechtslage

Rechtslage

Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat in seinem Urteil von 07/2009 (5 U 226/08) zum Thema E-Mail-Werbung geurteilt.

Es geht in diesem Urteil um einen Wettbewerbsverstoß durch Zusendung von E-Mail-Werbung sowie die Darlegungs- und Beweislast für die Einwilligung des Adressaten. Auch die Inhaltskontrolle vorformulierter Einwilligungserklärungen in Gewinnspielteilnahmebedingungen wurde vom Gericht kommentiert.

Das war passiert:
Im vorliegenden Fall erhielt ein Verbraucher Werbe-E-Mails zum Thema Altersvorsorge. Dabei enthielt das Schreiben einen Hinweis darauf, dass sich der Adressat zuvor auf einem der unternehmenseigenen Portale angemeldet habe.

Das verklagte Unternehmen (das vom Dachverband der 16 Verbraucherzentralen der Bundesländer verklagt wurde) hatte sich im Verfahren darauf berufen, dass es zuvor die Einwilligung der Nutzer mittels Double-Opt-In eingeholt habe. Nach Ansicht des Gerichts reichten die Einwilligungsklauseln zur Mitwirkung an einem Gewinnspiel jedoch nicht aus, um die Adressaten anschließend mit Werbemails zu beschicken.

Die Kläger wiesen darauf hin, dass es keine Einwilligung zur Übermittlung von Werbemitteln gegeben habe und dass das Ankreuzen des Textfeldes „Die Verbraucher-Tipps und besondere Marktinformationen bestellen … und gewinnen“ nicht als Einwilligung gelten könne. Das Oberlandesgericht Hamburg stimmte dem zu, die veröffentlichten Teilnahmebedingungen seien außerdem zu allgemein.

Meine Meinung:
Das ständige Hin und Her der Gerichte wie ein gültiges Opt-In auszusehen hat,… zu diesem Thema gibt es einige Urteile/Richter die sich alle nicht wirklich einig sind und teilweise sogar widersprechen… auch dieses Urteil hilft hier nur teilweise um den „Graubereich“ der Datengenerierung klarer zu machen. Aber gut, das BDSG Gesetzt ist halt schwammig und unklar formuliert und lässt daher halt viel Raum für Interpretationen….

Die allgemeine und oft zitierte Zusammenfassung dieses Urteils „Generierung von Adressen für Werbemails auf Gewinnspielseiten trotz Double-Opt-In rechtswidrig“ ist natürlich so nicht richtig/übertrieben, denn was dieser Anbieter falsch gemacht hat, ist schon lange eigentlich so nicht mehr üblich, sprich allgemeine Opt-Ins zu erheben. Das Double-Opt-In Verfahren hat an dieser Stelle erstmal damit nichts zu tun…

Rechtlich sicherere, sowie für Verbraucher deutlich freundlicher, sind somit die expliziten Opt-Ins, die die Werbetreibenden Unternehmen und Absichten genau benennen. Zwar gibt es hier auch viele Ausprägungen und Absurditäten der Gestaltung, dennoch ist diese Richtung deutlich besser als ein allgemeiner Satz der pauschal ein Opt-In erheben soll. Das Double-Opt-In ist danach eigentlich nur noch für die Verifikation der Daten zuständig, rechtlich ist das „davor“ viel relevanter und damit ausschlaggebend.

Fazit: Rechtssichere Adressen kann man natürlich online, auch per Gewinnspiel und natürlich per Double-Opt-In erheben, hier sollte man sich nicht verwirren lassen! Lediglich das WIE sollte man mit mehr Sorgfalt behandeln. Ein viel größeres Problem ist die Darlegungs- und Beweislast für die Einwilligung des Adressaten, die beim Opt-In-erhebenden Unternehmen liegt, und fast nie ausführlich genug erfüllt werden kann…

Eine kleine Hilfe an dieser Stelle kann eventuell folgender Blog-Beitrag zum Thema Opt-In Erhebung bieten:
https://adressdaten.wordpress.com/2009/07/22/nicht-ohne-mein-%e2%80%9copt-in%e2%80%9d-aber-wie-muss-es-aussehen/
Dieser Artikel ist natürlich absolut nicht das Non-Plus-Ultra, aber sicherlich ein Ansatz der mehr Rechtssicherheit gewährleistet.

Beste Grüße aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Aktuelle Urteile zu E-Mail-Marketing / Newsletter-Recht

Rechtslage

Rechtslage

Eine große Liste ausgewählter Urteile zum Thema E-Mail-Werbung möchte ich Ihnen heute als Infosnack ans Herz legen:

Pflicht zur vollständigen Preisangabe auch im E-Mail-Newsletter
Bundesgerichtshof (BGH, Urt. v. 10.12.2009, Az. I ZR 149/07) entschieden, dass die Regeln der PAngV auch dann gelten, wenn mit Preisen in einem Newsletter geworben wird.

Pflicht zum Double-Opt-In, auch bei offline generierten Adressen?
Das Berliner Amtsgericht Wedding hatte sich vor kurzem mit einem Fall von unerlaubter Werbung eines Versandhändlers zu beschäftigen. Einer Kundin unterlief  beim Eintippen ihrer E-Mail-Adresse ein Wort-Dreher. Dadurch landete die Werbung per Newsletter nicht bei ihr sondern im privaten E-Mail Account eines Juristen.

Geschäftsgeheimnis: E-Mail-Adressen
Das OLG Köln hat festgestellt, dass es wettbewerbswidrig ist, Datenbestände potenzieller Kunden zu kopieren, um sie für eigene Werbezwecke einzusetzen (OLG Köln vom 5.2.2010, Aktenzeichen: 6 O 137/09).

Vorsicht bei gekauften Adressen
Ankäufer von E-Mail-Adressdaten haften selbst für gekaufte Adresslisten, urteilte das OLG Düsseldorf am 24.11.2009 (Az. I-20 U 137/09). Das Gericht hat entschieden, dass sich der Ankäufer von E-Mail-Adressdaten nicht mit einer allgemein gehaltenen Zusicherung des Veräußerers zur Eignung des Adressmaterials zur E-Mail-Werbung begnügen darf.

Mitbewerber ohne Schadensersatzanspruch bei Spam-Mails
Nach Meinung des LG Berlins (Urt. v. 11.12.2009 – Az.: 96 O 113/09) haben Unternehmen keinen Anspruch auf Schadensersatz, wenn ein Mitbewerber unerlaubte Werbe-Mails an Dritte versendet.

Double-Opt-In-Bestätigungsmail ist kein Spam
Eine Bestätigungs-E-Mail, in welcher der User aufgefordert wird, seine Anmeldung für das zugesandte Angebot (z.B. einen Newsletter) zu bestätigen, stellt keine unerlaubte E-Mail-Werbung dar. Vielmehr ist dieses Double-Opt-In-Verfahren gerade geeignet, einen Missbrauch durch Spamming zu verhindern (Landgericht Muenchen, Beschluss v. 13.10.2009 – Az.: 31 T 14369/09).

Die rechtssichere Einwilligung
Nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) ist es eine unerlaubte Handlung, wenn E-Mails ohne Einwilligung des Empfängers versandt werden (BGH vom 11.3.2004, Az. (Aktenzeichen) I ZR 81/01). Der Beitrag beschreibt, wann Einwilligung rechtsgültig ist und wann nicht.

Unterlassungserklärung allgemein oder auf konkrete E-Mail-Adresse?
Das Landgericht Berlin hat in einem Beschluss vom 16. Oktober 2009 (Az. 15 T 7/09) entschieden, dass im Falle unverlangter E-Mail-Werbung eine auf eine konkrete E-Mail-Adresse des Betroffenen beschränkte Unterlassungserklärung nicht ausreicht, um die Wiederholungsgefahr auszuräumen.

Confirmed-Opt-In-Verfahren bei E-Mail-Werbung unzureichend
Das LG Heidelberg hat noch einmal bestätigt, dass das Confirmed-Opt-In-Verfahren bei E-Mail-Werbung unzureichend ist, um einen Missbrauch zu vermeiden (LG Heidelberg, Urt. v. 23.09.2009 – Az.: 1 S 15/09).

Weiterempfehlung per E-Mail
Mit Urteil vom 22. Mai 2009 hat das Amtsgericht Berlin-Mitte entschieden, dass in bestimmten Fällen Empfehlungs-E-Mails als Spam anzusehen sein können (AG Berlin-Mitte, Az. 15 C 1006/09).

Adressen anmieten
Beim Anmieten von Fremd-Adressen gilt es eine Reihe von neuen Gesetzen zu beachten. Dabei geht es um mehr als nur die Einwilligung durch Double-Opt-In. Transparenz und Koppelungsverbot müssen beachtet werden.

Einmaliger E-Mail-Kontakt ist keine Einwilligung
Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 9. Juli 2009 entschieden, dass ein einmaliger E-Mail-Kontakt keine Einwilligung in den Erhalt von werbenden E-Mails darstellt (Aktenzeichen: 161 C 6412/09).

Auch einmalige B2B-Werbung per E-Mail ist rechtswidrig
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 20. Mai 2009 (Aktenzeichen: I ZR 218/07) entschieden, dass schon die erstmalige Zusendung von E-Mails an Unternehmen ohne vorheriges Einverständnis des Empfängers rechtswidrig ist.

Pflichtangaben in E-Mails wie auf Geschäftsbriefen
Auch wenn das Urteil schon älter ist – noch immer gibt es genug Verstöße. Seit dem 1.1.2007 müssen die auf Geschäftsbriefen notwendigen Pflichtangaben auch in E-Mails gemacht werden.  Bei einer GmbH müssen neben den üblichen Kontaktdaten auch Rechtsform, Registergericht und –nummer, Sitz und die ausgeschriebenen Namen der Geschäftsführer genannt werden.

Details zu allen Urteilen finden Sie bei Torsten Schwarz auf seinem Absolit Blog.

Beste Grüße aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Urteil E-Mail Marketing: Werbung kann Angebot und Nachfrage sein

E-Mail Urteil

E-Mail Urteil

Die Tage bin ich über ein Urteil des LG Memmingen gestolpert, dass mit dem Urteil vom 23.12.09 (Az. 1 HK O 1751/09) ein wenig Licht in das Thema „Was zählt eigentlich alles unter Werbung?!“ beigetragen hat.

Kurzer Exkurs vorab: Im deutschen Recht ist E-Mail-Werbung nur mit vorheriger Einwilligung (Opt-In) erlaubt. Bei einem bestehenden Geschäftsverhältnis wird dies vom Gesetzgeber unter restriktiven Bedingungen (Soft Opt-In) auch ohne ein explizites Opt-In geduldet. Während das Opt-In allgemein somit weniger Schwierigkeiten bereitet, wird in Gesprächen aber oft ganz klar deutlich, dass gerade der Begriff “Werbung” – und was darunter nun alles fällt – völlig unklar ist.

Werbung kann Angebot und Nachfrage sein:

Werbung ist zunächst einmal jede (!) Äußerung mit dem Ziel, den Absatz zu fördern (2006/114/EG, Artikel 2). Dies kann unmittelbar durch das Angebot eines Produktes oder einer Dienstleistung erfolgen (Absatz-Werbung). Aber auch mittelbar durch eine Nachfrage nach Produkten & Diensten, die indirekt den Absatz fördern (Nachfrage-Werbung).
Für Furore sorgte hier u.a. das BGH-Urteil “FC Troschenreuth” in 2008, bei dem ein Sportverein eine E-Mail-Nachfrage bzgl. der Schaltung von Bannerwerbung auf der Vereins-Webseite erhielt. Diese war rechtswidrig, da der Verein die E-Mail-Adresse nicht für derartige Anfragen veröffentlicht hat. Vermeintlich kurios, da der Verein ja durch die Bannerschaltung verdienen würde und die Anfrage somit nur positive Zwecke verfolge – nicht in den Augen des obersten Gerichts.

LG Memmingen, das war passiert:

Der Betreiber eines kostenlosen Branchenverzeichnisses informierte den Kläger über die Aufnahme und bat darum, die eingetragenen Daten auf Richtigkeit zu überprüfen. Der Kläger sah in der E-Mail unerlaubte Werbung und begehrte Unterlassung.

Die Richter bestätigten die Auffassung, da die Bereitstellung der kostenlosen Verzeichniseinträge Werbeeinnahmen generiert, die E-Mail daher mittelbar der Absatzförderung diente und als Nachfrage-Werbung ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung rechtswidrig war. Auch eine konkludente Einwilligung liegt nicht vor, da die E-Mail-Adresse nur für Nachfragen nach typischen Produkten und Diensten des Unternehmens veröffentlicht wurde, und nicht zur Bereitstellung von Unternehmensdaten für fremde gewerbliche Zwecke.

Weiterführende Links zum Urteil:

P.s. In diesem Zusammenhang auch spannend:
Das eine E-Mail-Adresse in Geschäftsbrief keine Werbe-Einwilligung darstellt, konnte man sich denken, nun ist hierzu auch konkret Recht gesprochen wurden. Zum Artikel hier klicken.

sowie: Werbeemails unerwünscht! Auch Autoresponder sind Spam nach Urteil durch des AG München.

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Umgeschaut: Rechtlage Kopplung, E-Mail Werbung, B2B-Kommunikation, Google Analytics und Co.

Linktipps

Linktipps

Ich habe mich mal wieder aktiv umgeschaut und spannende Artikel entdeckt, die ich Ihnen gerne vorstellen möchte:

Rechtlage Kopplung: Anfange Januar habe ich über das Urteil “Gewinnspielrechtliches Kopplungsverbot in Deutschland ist europarechtswidrig” berichtet. Nun hat Rene Kulka in seinem Blog ein gutes Praxisbeispiel gefunden und vorgestellt, in dem erste Anbieter diese neue Rechtlage aktiv für Ihre Werbung nutzen. Zum Beispiel hier klicken.

E-Mail Werbung: Das eine E-Mail-Adresse in Geschäftsbrief keine Werbe-Einwilligung darstellt, konnte man sich denken, nun ist hierzu auch konkret Recht gesprochen wurden. Zum Artikel hier klicken.

B2B-Kommunikation: Neueste Untersuchungen belegen, dass Digital Natives sehr viel häufiger Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo! verwenden als ältere Nutzer. Zum Artikel hier klicken.

Facebook & Google Analytics: Webmarketingblog.at hat ein kleinen Tutorial veröffentlicht, im dem sie zeigen wie man Google Analytics in seine Facebook Fanseite integrieren kann um die Besucheranzahl zu ermitteln. Zum Artikel hier klicken.

E-Mail Marketing: Interview über Bildpersonalisierung in E-Mails. Zum Artikel, hier klicken.

OffTopic: Social Media als Unterlassungsdelikt: Zwei Männer wegen Nicht-Twitterns verhaftet. Zum Artikel, hier klicken.

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Bestätigungs-Mails sind keine unerlaubte E-Mail-Werbung, laut LG München

Rechtslage

Rechtslage

Die Tage bei Dr-Bahr.com gelesen: Das LG München (Beschl. v. 13.10.2009 – Az.: 31 T 14369/09) hat festgestellt, dass eine reine Check-E-Mail kein Spamming, sondern vielmehr ein taugliches Instrument ist, um unerlaubte E-Mail-Werbung auszuschließen.

Bei dem Antragsteller handelte es sich um einen Münchener Rechtsanwalt. Er machte geltend, dass der Antragsgegner, der Geschäftsführer einer Direktmarketing Firma, unaufgefordert Werbeschreiben per E-Mail an seine Kanzleiadresse zugesandt habe. Tatsächlich wurde ihm eine Check-Mail mittels Double-Opt-In im Rahmen eines Gewinnspiels zugesandt.

Der Anwalt begehrte den Erlass einer einstweilige Verfügung.

Sowohl das AG München als auch die Beschwerde-Instanz, das LG München, lehnten einen Anspruch ab. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Zusendung einer Check-E-Mail im Double-Opt-In-Verfahren keine unerlaubte E-Mail-Werbung darstelle. Denn die Besonderheit in diesem Verfahren liege darin, dass die Registrierung für das zugesandte Angebot erst dann wirksam werde, wenn sie von dem Adressaten bestätigt werde.

Es handle sich somit um einen Schutz vor weiteren, unerwünschten E-Mails und um eine Absicherung, dass die erste Aufforderung tatsächlich von dem Adressaten stamme und nicht auf einem missbräuchlichen Eintrag beruhe. Das LG München beruft sich dabei ausdrücklich auf die „E-Mail-Werbung“-Entscheidung des BGH (Urt. v. 11.03.2004 – Az.: I ZR 81/01), wo es ausdrücklich heisst:

„Der Werbende hat durch geeignete Massnahmen sicherzustellen, dass es nicht zu einer fehlerhaften Zusendung einer E-Mail zu Werbezwecken aufgrund des Schreibversehens eines Dritten kommt.“

Fazit: Eine solche geeignete Massnahme sei das Double-Opt-In-Verfahren.Es liegt somit bei solchen E-Mail keine unerlaubte Werbung vor.

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold
http://www.dz-media.de

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Werbeemails unerwünscht! Auch Autoresponder sind Spam nach Urteil durch des AG München

E-Mail

E-Mail

In der Pressemitteilung 41/09 des Amtsgericht München geht es um ein Urteil im Bereich E-Mail-Marketing B2B (aber auch durchaus auf B2C anwendbar!).

Darum geht es:
Bei einem einmaligen E-Mail-Kontakt kann ein Unternehmen nicht automatisch davon ausgehen, dass eine Einwilligung in die Übersendung von Werbeemails erteilt wurde. Eine trotzdem übersandte Werbeemail stellt eine unzumutbare Belästigung dar, deren Unterlassung verlangt werden kann.

Dies sollte soweit denke ich auch den meisten klar sein, spannend wird es allerdings bei diesem Urteil im Detail:

Und das ist passiert: Bei einem Arzt ging Mitte Dezember 2008 eine von einem Unternehmen versandte Werbeemail ein, in der für dessen Dienstleistungen geworben wurde. Das Unternehmen bot dem Arzt an, eine eigene Domain für ihn zu erstellen. Eine Geschäftsbeziehung bestand zwischen beiden nicht. Der Arzt antwortete umgehend und verlangte Auskunft über die Speicherung und Löschung seiner Daten sowie die Abgabe einer Unterlassungserklärung. Als Antwort erhielt er lediglich eine neue Werbeemail.

Das wollte der Arzt aber nicht einfach so hinnehmen. Die Werbemails seien eine Belästigung, insbesondere weil er aus beruflichen Gründen verpflichtet sei, die eingehenden Emails sorgfältig zu lesen. Er bestand auf der Unterlassungserklärung und wollte auch, dass ihm seine Rechtsanwaltskosten bezahlt werden.

Dies lehnte das Unternehmen ab. Die Mail sei nicht unaufgefordert zugesandt worden. Das Unternehmen hätte eine Autoresponderfunktion auf seiner Webseite eingerichtet. Das bedeute, dass Mails nur, allerdings dann automatisch, zugesandt werden, wenn vorher eine Mail an das Unternehmen gerichtet wurde. Die Zusendung des Werbeemails sei daher auf das Verhalten des Arztes zurückzuführen.

Die zuständige Richterin beim AG München gab dem Arzt jedoch Recht:
Die unverlangte, d.h. ohne das vorherige ausdrückliche oder stillschweigende Einverständnis des Adressaten abgeschickte E-Mail Werbung stelle eine unzumutbare Belästigung dar. Die Unzumutbarkeit der Belästigung folge zum einen aus dem Kostenaufwand und zum anderen aus dem Aufwand an Mühe und Zeit für die Wahrnehmung und Aussonderung unerbetener Mails. Auf Grund der Eigenart dieses Werbemittels, mit geringem finanziellem Aufwand eine Vielzahl von Adressaten zu erreichen, sei zu befürchten, dass es bei Gestattung der unverlangten Zusendung von E-Mails zu Werbezwecken zu einer Überflutung der Anschlussinhaber mit Werbebotschaften komme. Der Nutzen eines E-Mail Anschlusses, nämlich Mitteilungen rasch und preiswert empfangen zu können, würde dadurch in Frage gestellt. Der Empfänger wäre gezwungen, aus der Vielzahl der eingegangenen Sendungen die für ihn wichtigen und erwünschten mit entsprechendem Zeit- und Arbeitsaufwand auszusondern. Eine unzumutbare Belästigung sei selbst dann noch zu bejahen, wenn die Werbebotschaft im „Betreff“ von vornherein klar und unzweideutig als Werbung gekenn-zeichnet sei und der Empfänger sie auf Grund dieser Beschreibung ohne weiteres löschen könne, ohne sie erst lesen zu müssen. Denn auch Aufbau und Anzeige der E-Mail sowie das Lesen des Betreffs kosten Zeit und Geld.

Vorliegend sei der Kläger, der seine E-Mail Adresse zur Kommunikation mit Patienten und Geschäftspartnern nutze, aus Gründen der ärztlichen Sorgfaltspflicht gehalten, alle eingehenden Mails zur Kenntnis zu nehmen und auf ihre Relevanz für seine Tätigkeit zu untersuchen. Dieses Erfordernis würde durch unverlangt zugesandte E-Mails deutlich erschwert und die unkomplizierte sowie schnelle Kommunikation per E-Mail behindert.

Da weder ein ausdrückliches noch ein stillschweigendes Einverständnis mit der Werbung vorliege und da auch nicht aufgrund konkreter tatsächlicher Unstände ein sachliches Interesse des Empfängers vermutet werden könne, stelle die an den Kläger versandte Werbe E-Mail eine Belästigung dar, die von ihm nicht hingenommen werden müsse.

Auch wenn man den Sachvortrag der Beklagten, bei den streitgegenständlichen Mails handele es sich um von einem Autoresponder versandte automatische Antwortmails als zutreffend unterstelle, ändere sich daran nichts. Bei den versandten Mails handele es sich um Werbe E-Mails, da mit ihnen auf das Angebot der Beklagten aufmerksam gemacht und ein Link zu der von der Beklagten betriebene Webseite übermittelt werde. Allein aus dem Vortrag der Beklagten, dass diese Mail nur dann versandt werde, wenn zuvor eine Mail an diese Adresse versandt wurde, könne auf ein Einverständnis mit der Zusendung der WerbeMail nicht geschlossen werden. Dies wäre nur dann der Fall, wenn die die Antwortmail auslösende E-Mail eine Anfrage nach der Dienstleistung der Beklagten enthalten hätte. Dies behaupte aber selbst das Unternehmen nicht. Ein einmaliger E-Mail Kontakt sei aber nicht ausreichend, eine Einwilligung mit der Zusendung von Werbe-Mails anzunehmen. Hinzu komme, dass jedenfalls die zweite von der Beklagten versandte E-Mail dem Kläger zuging, nachdem er der Beklagten die weitere Zusendung von Mails ausdrücklich untersagt hatte.

Der Kläger habe gegen die Beklagte auch einen Anspruch auf Erstattung der vorgerichtlichen Abmahnkosten in der geltend gemachten Höhe. Wie dargestellt, habe die Beklagte durch das Zusenden der Werbe-Mails in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb des Klägers eingegriffen.

Das Urteil ist rechtskräftig und zu finden unter AZ 161 C 6412/09 beim AG München. Infoquelle: AG München Pressemitteilung 41/09

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold
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Nicht ohne mein “Opt-In”… Aber wie muss es aussehen?

Rechtslage

Rechtslage

Viel ist in den letzten Monaten und Jahren im Rechtsraum der Werbelandschaft hinsichtlich Datenerhebung & -nutzung passiert. Leider wurde hierdurch umso mehr Unwissen, Verwirrung und Unklarheit geschaffen und von einem guten Datenschutz oder einer klaren und transparenten Reglung sind wir weit entfernt. Sicher hat jeder mitbekommen, dass ein Opt-In für Werbung bei gekauften/gemieteten Datensätzen und teilweise auch bei Eigenbestand nötig ist. Doch was ist ein Opt-In? Wie muss es aussehen? Und wie wird dieses überhaupt erhoben? Auf diese Fragen möchte ich in diesem Artikel versuchen Antworten zu geben. Da jede dieser Fragen an sich jedoch schon mehrere Seiten Wert wäre, möchte ich in diesem Beitrag nur eine grobe, aber dennoch informative, Übersicht der wichtigsten Fakten bieten.

Was ist ein Opt-In?
Ein Opt-in ist ein Verfahren, bei dem der Endverbraucher Werbekontaktaufnahmen vorher explizit bestätigen muss.

Kurze rechtliche Zusammenfassung:
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat für Einwilligungen von Verbrauchern in den Empfang von SMS- oder E-Mail-Werbung im Urteil vom 16. Juli 08, (Az. ZR 348/06) ein klares „Opt-in“-Prinzip festgelegt. Und gerade letztens (LG Essen, 20.04.09, Az.: 4 O 368/08) wurde im E-Mail-Marketing zudem das Double-Opt-In Verfahren als das sinnvollste zur rechtlichen Absicherung bestätigt. Auch davor war beispielsweise E-Mail-Werbung nur mit der Einwilligung des Adressaten zulässig (die Ausnahmeregelung für E-Mail-Werbung im Rahmen bestehender Kundenbeziehungen ist seit 2004 im UWG verankert). Das neue BDSG bzw. die Bundestatenschutz Novelle die 2009 beschlossen wurde und nun bald in Kraft tritt, ändert daran nichts bewegendes, sondern setzt bezüglich Post-Werbung noch weitere Regelungen fest. Auch hier wird ein Opt-In (wenn auch mit Ausnahmereglungen) zukünftig Pflicht werden. Und nach wie vor, ist der Bereich rechtlich als „grau“ einzustufen, da klare gesetzliche Vorgaben fehlen. Denn der Gesetzgeber überläßt das Thema sich selbst, und sagt zwar, dass es ein Opt-In geben muss, sagt aber nicht, wie dies zu erheben ist, welche Bestandteile es haben muss oder wie man es aufzuheben oder nachzuweisen hat. Hier gibt es lediglich Referenzurteile, die sich aber leider des öfteren (je nach Gericht/Richter) widersprechen.

Wie wird ein Opt-In überhaupt erhoben und wie muss es aussehen?
Confirmed Opt-in, Double Opt-in, …. Was ist denn nun richtig? Und was sind die Unterschiede? Kurzum: Alles kann richtig sein und alles falsch. Je nach Werbekanal (E-Mail, Post, Telefon, SMS), Richter und/oder Anwalt haben Sie bei 100 Personen sicher gute 200 Meinungen dazu. Aber an irgendetwas muss man sich ja orientieren und daher gehen wir nach der Masse der Endscheidungen. Stets jedoch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Notwendigkeit der Konzerne und den Datenschutzinteressen der Endverbraucher. Generell kann man aber sagen, je umfangreicher der Zustimmungsakt und je größer die Hintergrunddokumentation dieser Aktion ist, um so sicherer und einwandfreier ist das Opt-In.

Generell gelten bei online erhobenen Opt-Ins folgende Regelungen:
– Die Opt-In Zustimmung darf kein Teil der allgemeinen AGB sein (Kopplungsverbot)
– Das Opt-In Zustimmungskästchen darf nicht vorausgefüllt sein
– Das Opt-In Zustimmungskästchen darf kein Pflichtfeld sein
– Das Opt-In Zustimmungskästchen muss eine transparente Textformulierung haben
– Sie müssen genau darüber belehren, welche Datenmerkmale Sie speichern, wozu und was Sie damit machen
– Pauschale Einwilligungen für eine allgemeine Weitergabe aller Daten an Dritte ist unwirksam. Nur explizite Zustimmungen halten vor Gericht stand Generell gelten bei online erhobenen.

Generell gelten folgende Regelungen bei der Opt-In Dokumentationen:
– Quelle, IP, Timestamp und Host des Opt-Ins sollten gespeichert werden
– IP, Timestamp und Host des Double-Opt-Ins sollten gespeichert werden
– Die Speicherung dieser Daten sollte verschlüsselt passieren
– Das Editieren dieser Daten sollte nachträglich unmöglich sein
– Die Opt-In Dokumentation sollte mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden

Für nicht online generierte/erhobene Opt-In Daten gelten diese Regelungen identisch, jedoch jeweils an das entsprechende Medium angepasst. Sie sollten sich vor Augen führen, dass ein gutes und für den Endverbraucher informativ erhobenes Opt-In, neben den rechtlichen Pflichten, zugleich eine Chance auf einen guten und gezielten Kundenkontakt darstellt (und ist somit nicht nur eine Bürde sondern eine wirkliche Möglichkeit).

Lesen Sie bei vertieften Interesse an der Rechtslage, die vorausgegangenen Artikel meines Blogs, die sich sehr ausführlich mit der BDSG Novelle als auch dem Thema Datenerhebung auseinander setzen.

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Mitstörer bei beauftragte E-Mail-Werbung

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Ich möchte kurz auf ein Urteil bezüglich unerlaubter E-Mail-Werbung von 10.03.2009 des OLG Dresden (Az.: 14 U 1192/08) aufmerksam machen, über das ich bei dr-bahr.com gelesen habe.

Das Gericht hat entschieden, dass ein Reiseveranstalter nicht als Mitstörer für beauftragte E-Mail-Werbung (Stand-Alone) haftet, wenn er Dritte (Versender/Listeigner) mit der Versendung beauftragt und ab Kenntnis einer Rechtsverletzung die weitere Vertragsdurchführung abbricht.

Der Beklagte hatte ein Unternehmen mit der Versendung von E-Mail-Werbung beauftragt. Diese wiederum engagierte ein Subunternehmen. Dabei wurden auch E-Mails an den Kläger geschickt, der aber nach seiner Ansicht hierzu nie einem Empfang zugestimmt hatte. Der Kläger (E-Mail Empfänger) nahm nicht nur den Versender in Haftung, sondern auch den beklagten Reiseveranstalter (als Mitstörer).

Dies jedoch zu Unrecht nach Ansicht des OLG Dresden. Denn die unerlaubte Zusendung war zwar objektiv ein Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht (beziehungsweise in den Gewerbebetrieb), der beklagte Reiseveranstalter sei jedoch nicht verantwortlich hierfür. Details hierzu: Grundsätzlich könne jeder, der allgemein zu einer Rechtsverletzung beiträgt, als Mitstörer in Anspruch genommen werden. Weil die Störerhaftung aber nicht über Gebühr auf Dritte erstreckt werden dürfe, setze die Haftung des Störers die Verletzung von Prüfungspflichten voraus.

Nachdem der beklagte Reiseveranstalter erfahren habe, dass der von ihm beauftragte Dienstleister weitere Subunternehmen mit dem Versand von E-Mails beauftragt habe und es zu Rechtsverletzungen kam, habe er den Versand stoppen lassen, die weitere Vertragsausführung abgebrochen und die Restzahlung verweigert. Damit sei er seinen Prüfungspflichten in ausreichender Weise nachgekommen und hafte nicht.

Ein sehr gutes und faires Urteil in meinen Augen.

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Jan-Philip ZieboldJan-Philip Ziebold ist Geschäftsführer bei der "DZ-Media Verlag GmbH - Werbe- & Mediaagentur für Direktmarketing" in Essen und schreibt in diesem privaten Blog über Trends, Tipps sowie News rund um das Thema Direktmarketing. Jan-Philip Ziebold bei Xing Jan-Philip Ziebold bei Facebook Zur DZ-Media Webseite

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