Direktmarketing Blog

Trends, Tipps, Studien und mehr rund um das Thema Direktmarketing – Ein privater Blog von Jan-Philip Ziebold

Über diesen Blog

Jan-Philip Ziebold

Jan-Philip Ziebold

Viele fragen mich oft, ob dieser Blog von meiner Firma ist und/oder warum dieser nicht „professionell“ gestaltet ist, keine Anzeigen enthält /etc… halt alles was ich auch Kunden predige aus Marketer-Sicht ;-)

Die Antwort ist erschreckend simpel: Es ist mein rein privater Blog auf dem ich schlicht gern unbeeinflusst einfach Fachwissen, Links und andere spannende Themen mit Interessenten teilen möchte. Es ist daher ganz bewusst kein Firmenblog und simpel in Optik und Aufbau gehalten.

Es dient nur einem Zweck: Wissen das ich persönlich spannende finde zu teilen mit denen, die es lesen möchten. 

Weiterhin kommt oft die Frage, warum der Direktmarketing Blog die Domain adressaten.wordpress.com hat. Nun, auch hier ist die Antwort wieder sehr simpel: Direktmarketing beruht auf Daten, meist auf personenbezogenen soziodemografischen Benutzerprofilen, aber den meisten sagt „Adressdaten“ einfacher mehr ;-) Es war somit eine einfache pragmatische Entscheidung ohne den Anspruch auf kreative Namensgebung. Zudem ist WordPress sehr gut bei Google präsent, was auch diesen privaten Blog positiv beeinflusst im Ranking. Und da es wie erwähnt mein privater Blog ist, nutze ich eben komplett gewollt nicht die Mittel meiner Firma zur Professionalisierung. Weiterhin gefällt mir persönlich der Touch des privaten Blogs irgendwie. Nicht mehr und nicht weniger steckt dahinter. Nennt mich nostalgisch oder wie auch immer, mir gefällt es genau so wie es ist. Mein Anspruch ist einfach, ohne Druck, Redaktionsplan, Werbekunden ohne Beeinflussung Dritter, dann das zu schreiben was ich schreiben möchte :-)

In diesem Sinne, auf ein bald gutes neues Jahr mit weiteren sicher spanenden Artikeln hier :-)

Es grüßt, Euer Jan-Philip Ziebold

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E-Mail Marketing: direkt, effizient, authentisch

Das E-Mail-Marketing – als Teilfassette des Onlinemarketing – ist in meinen Augen einer der spannendste Marketing-Kanäle dieser Zeit. In keinem anderen Bereich ist so viel Dynamik & Innovation zu spüren wie dort. Nirgends sonst lassen sich Streuverluste gezielter minimieren, Werbekosten effizienter planen und Ergebnisse transparenter messen.

In Europa werden bereits täglich allein über 2 Milliarden E-Mails an Privatpersonen verschickt (Spammails noch nicht eingerechnet!) und in Deutschland gibt es mit ca. 113 Mio. E-Mail-Postfächer mehr Adressen als Einwohner (Stand Ende 2011). Und das Potenzial ist bei weiten noch nicht ausgeschöpft. Immer genauere und selektivere E-Mail Kampagnen ermöglichen immer bessere Ergebnisse. Die Zeit des Gießkannen-Marketing geht definitiv vorbei, sprich Weg von der Push-Kommunikation, hin zur gezielten und aktiven Einbindung der Endverbraucher. Willkommen im Marketing des 21ten Jahrhunderts!

Dieser Direktmarketingkanal hat somit u.a. den unschlagbaren Vorteil, dass alles immer messbar ist, sprich man schneller, gezielter und effektiver werben kann. Detaillierter Echtzeit-Reports, adhoc Reaktionen auf Userverhalten, als auch verzahnte E-Mail Integrationen mit Social-Netzworks sind nur ein paar Stichwörter, die die Faszination dieses Marketingkanals aufzeigen.

Somit ergibt sich die spannende Chance einer Multikanal Strategie hieraus, die alle Bereiche einer modernen Kommunikation mit Ihren Endkunden ermöglicht.

Das alles lässt sich zudem einfacher als man adhoc denkt umsetzen. Auch stellt die oft benannte Opt-In (=Werbeeinverständnis) Problematik, sprich der Datenschutz (also das BDSG, welches 2008 via Novelle zuletzt massiv geändert wurde und final zum 01.09.2012 in kraft getreten ist) bei weiten nicht die Herausforderung dar, wie man oft in den Medien hört. Datenschutz verbunden mit guter kundenfreundlicher Werbung ist möglich und kein Schwert mit sieben Siegeln, das kann ich Ihnen versichern.

Das der Bereich des E-Mail-Marketings derzeit aktiv im kommen ist, zeigen auch aktuelle Studien. So hat einer der größten E-Mail Versender Epsilon erst kürzlich in seinem Benchmark Report die Auswertungen des vierten Quartals 2011 vorgelegt. Dort kann man gut ablesen, das die Öffnungs- und Klickraten in der EMEA-Region weiter zugelegt haben. Gerade durch immer mehr Mobilfunkgeräte, die wie das iPhone unproblematisch auch das Lesen & Bearbeiten von E-Mails ermöglichen, hilft diesem Trend aktiv weiter. „E-Mail“ gehört damit zu den meistgenutzten und zugleich meistunterschätzten Anwendungen des Internets.

Ob nun als Bestandteil der gezielten Neukundenakquise oder zur Kundenbindung mittels CRM, mit dem richtigen Know-how bietet Ihnen das E-Mail-Marketing eine optimale, moderne und transparente Ergänzung zu den bestehenden Werbemaßnahmen Ihres Unternehmens.

Zu Anfang wird man zwar oft mit vielen Fachtermini wie „Call to Action“-Mailings, Stand-Alone-Templates, Openrate, CPO, CTR, CPM, Trigger-Mails & Co. erschlagen, brauch hiervor aber an sich keine Angst haben. Mit dem richtigen Partner an der Seite, kann auch ein mittelständiges Unternehmen hier schnell den Einstieg finden und ist auch nicht dauerhaft auf rein externes Wissen angewiesen.

Fazit: Die E-Mail Marketing Kundenkommunikation kann richtig gemacht persönlicher, direkter und authentischer werde als jede andere Art des Kundenkontakts. Der Versand der richtigen Botschaft, zum richtigen Zeitpunkt, an die richtige Person, das ist gutes E-Mail Marketing! :-)

Viele Grüße aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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EU erschwert Onlinemarketing massiv, Entwurf HEUTE verabschiedet!

Rechtslage

Rechtslage

Ergänzend zu meinem Artikel „EU erschwert Onlinemarketing massiv mit neuer Datenschutzverordnung“ vom 10.01. hat der DDV Prätendent Dieter Weng heute eine Pressemitteilung herausgegeben, die das Thema der EU-Datenschutzverordnung abermals genauer durchleuchtet.

Diese Mitteilung des DDV ist inhaltlich optimal ergänzend zu meinem Beitrag. Daher habe ich Ihnen hier die Kernfakten einmal zusammengefasst:

Vorab: Heute, den 25. Januar 2011, hat die Europäische Kommission den erwähnten Entwurf verabschiedet. Der Entwurf durchläuft jetzt das europäische Gesetzgebungsverfahren und wird dazu dem Parlament und dem Rat zugeleitet.

– Die strenge Zweckbindungsregelung und eingeschränkte Interessenabwägung für die Verwendung von Daten zu Zwecken des Direktmarketings bleibt leider

– Professionellen Datenanbietern (wie beispielsweise Kreditauskunfteien oder Anbietern von Adressen) wird die Möglichkeit genommen, im Interesse ihrer Kunden Daten zu sammeln. Im Vergleich zur alten Datenschutzrichtlinie fehlt das Recht, im Interesse „Dritter“ Daten zu verwenden.

– Einige der geplanten Restriktionen wurden deutlich entschärft. Insbesondere das ursprünglich vorgesehene Verbot für Dialogmarketing ohne Einwilligung wurde gestrichen, somit gilt weiterhin das bewährte Widerspruchsrecht!

– Die Europäische Kommission hält sich in der Verordnung aktiv Rechte offen, um die Datenschutzvorschriften weiter zu verschärfen, wenn die Verordnung erst einmal erlassen ist (Beispiel: So könnten später Details der Interessenabwägungsklausel näher bestimmt werden, so dass weitere Einschränkungen drohen)

Einwilligungen können nach dem Willen der Richtlinie jederzeit zurückgenommen werden. Durch die Rücknahme soll dann die weitere Verarbeitung der Daten rechtswidrig werden. In der Praxis ist dies kaum umzusetzen, wenn beispielsweise Daten aufgrund einer Einwilligung an Dritte gegeben werden.

– Es gibt weiterhin viele Regelungen, die technisch schwer durchzusetzen sind. Das „Recht, vergessen zu werden„, die Datenportabilität, die Profiling-Regeln, Datenschutz „by design“ und „by default“. Dies gilt auch für die Regelungen für Kinder und Jugendliche unter 18, die nur leicht angepasst wurden.

– Weiterhin enthält der Verordnungsentwurf zahlreiche Vorschriften mit hohen bürokratischen Belastungen, wie beispielsweise die Verpflichtung, Richtlinien zu erlassen, Dokumentationen zu erstellen, über Datenschutzverstöße zu informieren, Folgenabschätzungen durchzuführen sowie Genehmigungen von Aufsichtsbehörden einzuholen.

– Die Höchstgrenze für die Sanktionen wurde von fünf Prozent auf zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes reduziert. Das ist aber weiterhin für manche Unternehmen eine sehr hohe Strafandrohung, die nicht proportional zu Strafandrohungen in anderen Rechtsbereichen ist.

Ich werden die Entwicklung natürlich wie immer weiter verfolgen und über alle wichtigen Schritte hier zeitnah informieren.

Mit freundlichen Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Richtungsweisend: Deutsche Post unterliegt im Rechtsstreit um Postwerbung

Post-Marketing

Post-Marketing

Unter dem Titel „Eine Waffe für Werbemüde“ schreibt RA Udo Vetter vor kurzem über ein spannendes Urteil, dass alle Werbetreibende betrifft, die im Bereich der Postwerbung tätig sind. Die Zusenden von Postwurfsendungen wird in diesem Urteil untersagt bzw. stark eingeschränkt… aber lesen Sie dazu im Detail den Beitrag von Udo Vetter:

Die Deutsche Post hat ein Urteil rechtskräftig werden lassen, mit dem ihr die Zustellung des eigenen Werbeblatts “einkauf aktuell” an einen werbemüden Bürger untersagt wurde. Geklagt hatte ein Lüneburger Rechtsanwalt.

Der Jurist hatte die Post mehrfach schriftlich aufgefordert, ihm nicht jeden Samstag die Werbesendung in den Briefkasten zu stopfen. Bei “einkauf aktuell” handelt es sich um ein in Plastikfolie eingeschweißtes Fernsehprogramm, dem noch Werbeprospekte beigelegt werden, meist von Supermärkten, Getränkeläden und Elektrodiscountern. Die Deutsche Post vertreibt “einkauf aktuell” bundesweit.

Die Post hielt es für unzumutbar, bei einer solchen Massensendung individuelle Wünsche zu berücksichtigen. Sie verlangte stattdessen, dass der Kläger ein Schild mit “Werbung unerwünscht” an seinem Briefkasten anbringt. Das Landgericht Lüneburg stellte sich jedoch voll auf die Seite des Juristen. Niemand müsse es akzeptieren, dass sein Briefkasten mit unerwünschter Werbung zugemüllt werde. Ein Aufkleber könne nicht verlangt werden, zumal der Empfänger ja möglicherweise andere Werbung durchaus haben möchte, nur eben nicht “einkauf aktuell”.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung ließ das Landgericht Lüneburg die Revision zum Bundesgerichtshof zu. Die Deutsche Post hat aber keinen entsprechenden Antrag gestellt. Laut FAZ steht sie auf dem Standpunkt, das Urteil regele nur einen Einzelfall. Das ist formal zwar richtig, jedoch ist die Entscheidung des Landgerichts Lüneburg ganz offensichtlich als Grundsatzurteil gedacht.

Die Richter sprechen nämlich nicht nur von “einkauf aktuell”, sondern stellen vielmehr klar, jede Postwurfsendung greife in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ein. Dementsprechend stehe es jedem Bürger frei, sich die weitere Zusendung von Massenbriefen zu verbitten und bei Verstößen dagegen zu klagen. Mit der nun rechtskräftigen Entscheidung des Landgerichts Lüneburg haben Werbeverdrossene jetzt jedenfalls eine handfeste Grundlage, um sich juristisch gegen Postwurfsendungen zu wehren.

Das Urteil im Wortlaut

P.s. Am Rande dazu ein Kommentar aus dem Blog von Udo Vetter:

  1. Ralf meint: (5.1.2012 um 21:19);

    Und meinen beiden Vorrednern muss offenbar in der Tat noch die Frage gestellt werden, ob es ihnen wirklich scheißegal ist, wenn Großunternehmen die gesamte Republik mit ihren idiotischen Werbeblättern überschwemmen. Im konkreten Fall sogar noch in (wahrscheinlich besonders umweltfreundliche) Plastikfolie eingeschweißt. Ich finde es ist ein Lichtblick, dass sich immer mehr Menschen gegen diesen unerwünschten Wildwuchs wehren; und das immer öfter mit Erfolg. Vorredner „rainer“ ist sogar zu faul, den Werbemüll zum Altpapier zu tragen. Er verlangt eine Entsorgung im Hausmüll. Sehr schön. Herzlichen Glückwunsch zu dieser modernen Ansichtsweise. Wenn mehr Menschen wären wie sie, dann würden wir heute noch alle auf den Bäumen wohnen und uns gegenseitig lausen. Ächz…

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Frohes neues Jahr! + Jahresrückblick 2011

Ihr Autor Jan-Philip Ziebold

Ihr Autor Jan-Philip Ziebold

Ich wünsche ein frohes, erfolgreiches und spannendes neues Jahr!

Ich freue mich Sie alle auch 2012 wieder mit spannenden Trends, Fakten, Studien und Meinungen sowie Tipps für ein erfolgreiches Direktmarketing versorgen zu dürfen!

Und auch in diesem Blog darf der traditionelle Jahresrückblick nicht fehlen… somit heute passend zum Jahreswechsel der kleine Rückblick, welche Beiträge aus 2011 die meisten Aufrufe erzielten, hier die Top 10:

Nicht ohne mein “Opt-In”… Aber wie muss es aussehen?
Checkliste E-Mail-Marketing, alle Rechtsvorschriften
Schaubild: Opt-In im E-Mail-Marketing, so geht’s richtig!
Ist Co-Sponsoring sinnvoll?! Ja, aber bitte anders!
Neukundengewinnung im Direktmarketing Teil 1 , Teil 2, Teil 3
Opt-in-Einwilligungen optimal formulieren
Satire: Post“wurf“sendung
Betrug bei Affiliateagenturen
E-Mail „BENCHMARK REPORT 2011“
BDSG 2009 bis 2012 – Was ist neu und zu beachten!?

Auf ein baldiges wieder-lesen,
Ihr Jan-Philip Ziebold

P.s. Rutscht alle gut rüber!! :-)

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Eine Krux, die datenschutzrechtlichen Einwilligungserklärung / Werbe-Einwilligung

Rechtslage

Rechtslage

Die Krux mit der datenschutzrechtlichen Einwilligungserklärung ist, das eine rechtskonforme Werbe-Einwilligung an sich ein Ding der Unmöglichkeit darstellt, an welcher viele Unternehmen – egal ob groß oder klein – immer wieder gescheiter sind…

Seit Jahrzehnten schon ist die Gretchenfrage im Direktmarketing schlechthin die, nach „DER“ rechtskonformen Einwilligungserklärung, sprich der perfekten Werbe-Einwilligung um dann Werbemaßnamen mit gesicherten Opt.In Bezug umzusetzen.

Ein kleines Resümee hat just heute Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr zum Thema gezogen, hier sein Gastbeitrag zur Gretchenfrage:

Inzwischen gibt es fast ein Dutzend wichtiger BGH-Entscheidungen zu dieser Problematik. Die Rechtsprechung hat eine solche Ausdifferenzierung erhalten, dass der juristische Laie kaum noch hinterherkommt. Vgl. ausführlich zu den datenschutz- und wettbewerbsrechtlichen Voraussetzungen das neue Buch von RA Dr. Bahr „Recht des Adresshandels“.

Daten- und Verbraucherschützer fürchten sich – wie der Teufel das Weihwasser – herkömmlicherweise davor, selbst eigene Muster zu Einwilligungserklärungen zu veröffentlichen. Sie beschränken sich in aller Regel darauf, die Einwilligungserklärungen von Unternehmen als auch Agenturen zu kritisieren oder sehr oft sogar abzumahnen. Lediglich in Einzelfällen finden sich entsprechende Empfehlungen.

Nun hat der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Bayer, Herr Dr. Thomas Petri, ein Muster für datenschutzkonforme Einwilligungserklärungen veröffentlicht. Schwerpunkt Schulbereich.

Direktmarketing

Direktmarketing

Auch wenn die Grundsätze, die die Rechtsprechung für den Bereich des Direktmarketings entwickelt hat, sicher nicht 1:1 auf die Fälle der Schule übertragbar sind, so fällt eines doch auf: Legt man die harten Kriterien, die Datenschützer als auch Verbraucherverbände selbst aufstellen, an diese Einwilligungserklärungen an, so sind diese durchgehend rechtswidrig!

Zunächst fällt auf, dass zwischen vier Muster-Einwilligungserklärungen unterschieden wird. Unter anderem existiert auch ein Formular für „Minderjährige Schülerinnen und Schüler“. Ein Gericht würde diese Einwilligung bereits deshalb für unwirksam erklären, weil kein konkretes Mindestalter genannt wird. Zwar kann nach ständiger Rechtsprechung eine Einwilligung auch von Minderjährigen erklärt werden, es kommt also nicht auf das Alter der Person, sondern allein auf die Einsichtsfähigkeit an. Einwilligungen von Personen zwischen drei und zwölf Jahren sind jedoch stets unwirksam, da diese Personen i.d.R. noch nicht die Reichweite ihrer Erklärung überblicken können (OLG Frankfurt a.M., Urt. v. 30.06.2005 – Az.: 6 U 168/04). In seinen Empfehlungen  stellt das Innenministerium Baden-Württemberg fest, dass in der Regel ab einem Alter von 14 Jahren von einer Einsichtsfähigkeit auszugehen ist, jedoch nicht früher.

Bei den Formulierungen generell (in allen vier Varianten) fällt auf, dass die Erklärung für „insbesondere im Rahmen der pädagogischen Arbeit oder von Schulveranstaltungen entstehende Texte und Fotos“ gelten soll.

Auch diese Formulierung hätte vor keinem deutschen Gericht Bestand. Alleine der Zusatz „inbesondere“ deutet nämlich daraufhin hin, dass die Einwilligung auch noch für andere Bereich gelten muss. Wortklauberei werden Sie jetzt sagen. Das ist aber das Alltagsgeschäft bei der Formulierung von Einwilligungserklärung.

Die Rechtsprechung hat hier den sogenannten Grundsatz der „verbraucherfeindlichsten Auslegung“ entwickelt. D.h., ist der Anwendungsbereich einer Klausel unklar oder mehrdeutig, wird bei der rechtlichen Überprüfung die Variante genommen, die am umfangreichsten in die Interessen des Verbrauchers eingreift.

Gleiches gilt für den angegebenen Anwendungsbereich der Einwilligungserklärung. Es gibt inzwischen mehr als 50 instanzgerichtliche Entscheidungen, die sich alleine mit dem Thema befassen, ob eine Klausel hinreichend bestimmt den Umfang der Einwilligung angibt oder nicht. Mit (nahezu) stets dem gleichen Ergebnis: Nein, die hinreichende Bestimmtheit ist nicht gegeben!

Schauen Sie einmal selbst, ob sich für Sie die hinreichende Bestimmtheit aus der Erklärung ergibt. Ja? Dann sagen Sie bitte einmal, was genau unter „örtliche Tagespresse“ zu verstehen ist: Nur Lokalzeitungen oder auch überregionale Zeitungen mit einem Lokalteil?

Und dann noch eine Frage: Für welche personenbezogenen Daten (einschließlich Fotos) wird sich denn hier eigentlich die Erlaubnis eingeholt? Der Hinweis  „Klassenfotos werden im Jahresbericht lediglich mit alphabetischen Namenslisten versehen; ansonsten werden den Fotos keine Namensangaben beigefügt“ wirkt zunächst beruhigend. Impliziert er doch, dass nur Namensliste veröffentlicht werden. Bei „verbraucherfeindlichster Auslegung“ ist dem aber nicht so. Denn die Einschränkung bezieht nicht auf die Daten-Veröffentlichung in Kombination mit Fotos. Was gilt, wenn personenbezogene Daten alleine, ohne Fotos, publiziert werden, steht dort nicht.

Fazit

Fazit

Fazit:
Die Veröffentlichung solcher datenschutzrechtlicher Muster ist sinnvoll und nützlich. Die Reihe der Daten- und Verbraucherschützer muss sich jedoch ganz klar die Frage gefallen lassen, warum sie sich nicht an die selbst aufgestellten Vorgaben hält. Die Antwort darauf ist relativ einfach: Weil dies unmöglich ist.

Und da wären wir wieder beim Thema: Die rechtskonforme Werbe-Einwilligung oder besser: Die eierlegende Wollmilchsau.

Mit besten Grüßen aus Essen und Dank an Dr. Martin Bahr,
Jan-Philip Ziebold

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Studie zur Werbewirkung: Newsletter auf dem Vormarsch!

Studie

Studie

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketingagent.com veröffentlichte die Ergebnisse einer repräsentativen Studie im D-A-CH Verbund zur Werbewirkungsforschung. Eine Schnellübersicht gibt es hier als Schaubild: Zum Schaubild hier klicken…

Einige Keyfacts aus dieser Studie zusammengefasst:
(Besten Dank auch an Rene Kulka, der diese Studie u.a. aufbereitet hat in Keyfacts)

Verbreitung der Werbeformen:
TV-Werbung genießt die höchste Wertschätzung: jeder 2. nutzt diese Werbeform fallweise zur Informationsbeschaffung. Interessant: 28% informieren sich über persönlich adressierte E-Mails. 24% über Magazin-Werbung und 22,7%  über das Radio.

E-Mail-Leseraten:
Die tatsächliche Öffnungsrate für explizit angeforderte Werbe-E-Mails (Permission Marketing!) liegt in der D-A-CH-Region bei 59,3%. Dies bedeutet, dass 3 von 5 erwünschten E-Mailings auch gelesen werden. Knapp 3 von 10 Befragten öffnen ihren Angaben zufolge sogar über 90% der bestellten Newsletter.
(Hinweise: Die tatsächliche Öffnungsrate entspricht in der Regel nicht der mit einer Versandsoftware messbaren unique Openrate, da Letztere das Ergebnis aufgrund technischer Grenzen nur pessimistisch darstellen kann. Die messbare normale/gute Öffnungsrate liegt schätzungsweise bei ca. 25%, aber auch Listen mit 10% bis 15% Öffnungsrate zählen zu “normal”, je nach Relevanz des Inhalts. Siehe auch diese Grafik).

E-Mail-Aufkommen:
In Deutschland ist der E-Mail-Werbedruck am höchsten: Während die Deutschen im Mittel 4 erwünschte Newsletter pro Tag erhalten, finden ihre Nachbarn in der Deutschschweiz lediglich 2 bzw. 3 in Österreich im E-Mail-Posteingang vor. Das tägliche E-Mail-Aufkommen insgesamt ist natürlich höher, hier geht es aber explizit nur um bestellte Newsletter.

Beliebte Newsletter-Inhalte:
Gutscheine und Coupons genießen generell das höchste Interesse (31,9%), gefolgt von Mitteilungen zu Aktionen (28,9%) und Informationen zu neuen Produkten (17,1%).

P.S. Zum Thema Rechtslage B2B als auch B2C im E-Mail Marketing, kann ich Euch noch folgendes Schaubild von mir ans Herz legen, das auch kurz Bezug nimmt auf die BDSG Novelle aus 2009. Hier klicken für das Schaubild!

Viele Grüße aus Essen, Euer Direktmarketing Blogger
Jan-Philip Ziebold

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Opt-in-Einwilligungen optimal formulieren

Rechtslage

Rechtslage

In einer Studie des Siegfried Vögele Institut (Fachgebiet Dialogmarketing) aus Königstein ergab einige spannende Fakten rund um die im Titel genannte Opt-In Problematik. Wie Sie ja sicher wissen, hat die Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) im Oktober 2009 die Werbetreibende vor neue Herausforderungen gestellt. Datenschutz kurz und verständlich darstellen, ist daher eine der wesentlichen Herausforderungen im Direktmarketing/Adressmarketing. Das Opt-In als Werbeeinverständnis ist hierfür die Grundlage. Verbraucher müssen hier ausdrücklich bejahen, dass sie von einem Unternehmen Werbung erhalten möchten. Doch die neuen Gesetzestexte und bisherigen Rechtsprechungen lassen einiges an Interpretationsspielraum, der auch Juristen vor große Rätsel stellt. Daher bleibt oft unklar, welche Auflagen sich für Werbetreibende ergeben.

Wie konkrete Formulierungen und Anreize in Opt-in-Klauseln (Einwilligungen) auf Konsumenten wirken, und was die Bereitschaft der Konsumenten beeinflusst, kann man natürlich nicht voraussagen. Dies hängt ganz klar vom Umfeld der Opt-In Einwilligung und vielen weiteren Nebenfaktoren, wie zum Beispiel das Image des Werbetreibenden der die Einwilligung erheben will, ab – dennoch kann man Tendenzen bemerken.

Aus diesem Tendenzen, haben wir folgende Schlüsse gezogen:
Ohne Kenntnis des exakten Gesetzestextes bevorzugen Konsumenten eher kurze und leicht verständliche Formulierungen bei der Opt-In Abgabe. Einleitende allgemeine und werbliche Floskeln wie „Viele exklusive Vorteile möchte ich mir nicht entgehen lassen!“ werden als eher unseriös empfunden. Der Hinweis auf das Widerrufsrecht hingegen, wird durchweg positiv beurteilt. Optimal ist es, wenn direkt noch eine konkrete Kontaktadresse genannt wird, an die sich Endverbraucher richten kann.

Den Konsumenten gefällt beispielsweise auch die Option den Kanal (Telefon, Post, E-Mail, SMS) aktiv auszuwählen/ankreuzen zu können, über den sie zukünftig kontaktiert werden möchten. Der Hinweis darauf, etwas „streichen“ zu können, wird ebenfalls positiv bewertet. Konsumenten wollen somit scheinbar das Gefühl haben, ihre Opt-In Werbeeinverständnis-Formulierung aktiv mitgestalten zu können.
Weiterhin: Formulierungen zur Datenweitergabe an Dritte machen skeptisch. Wird in der Opt-in-Klausel gar nicht über eine Datenweitergabe gesprochen, gehen die Konsumenten davon aus, dass sie auch nicht erfolgen wird. Die Auslobung von Gutscheinen als Dankeschön für die Opt-in-Erteilung polarisiert.

Nebenschauplätze: Nicht nur der Text, sondern auch die Optik spielt eine Rolle
Die Einwilligungstexte sollten stets eine angenehm lesbare Schriftgröße haben und großzügig strukturiert sein. Zu viel kleiner, geballter Text am Rande weckt Misstrauen und ist zudem rechtlich eine klare Grauzone.

Fazit

Fazit

Fazit: Am  ehesten geben Konsumenten Ihr Opt-In ab, wenn sie bereits Kunde bei einem Unternehmen sind, wenn sie hinreichend Auskunft darüber erhalten, was mit ihren Daten passiert, und wenn die Opt-In-Klausel eine Widerrufsbelehrung enthält. Und natürlich, wenn das Angebot für den Konsumenten interessant ist.

Fazit 2: Wenn ich mir anschaue, was derzeit am Markt für verschiedene Einwilligungen kursieren, ist es sehr auffällig, das hier zum Teil erhebliche Mängel hinsichtlich Formulierung und Gestaltung im Sinne der neuen Rechtslage existieren. Zwar gibt es in dem Sinne noch keine Opt-in-Klausel, die wirklich gerichtlich anerkannt wurde, dennoch sollte dennoch gewisse Grundpunkte beachten. Siehe dazu auch den gesonderten Artikel, wie ein Opt-In aussehen sollte. Grundsätzlich gilt aber folgendes: Die Klausel darf nicht überraschend sein, also etwa nicht an versteckter Stelle platziert sein, sie muss transparent, das heißt hinreichend bestimmt und inhaltlich verständlich sein, und darf regelmäßig nicht als Generaleinwilligung formuliert sein. Grundsätzlich müssen Werbegegenstand, Werbemedium und Werbeberechtigter erkennbar sein.

Viele Grüße aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Neukundengewinnung im Direktmarketing Teil 2: Rechtlich sichere Adressnutzung im Direktmarketing

Direktmarketing

Direktmarketing

In drei Abschnitten möchte ich Ihnen die Neukundengewinnung im Internet mittels Direktmarketing näher bringen. Gestern haben Sie im ersten Teil „Allgemeinen Grundlagen“ das wesentlichste zum Einstig, primär bezogen auf die Generierung von Adressdaten und alles was damit im Zusammenhang steht, gelesen.

P.s. Vorab muss ich darauf hinweisen, dass meine nachfolgenden Ratschläge und Tipps keine verbindliche Rechtsberatung darstellen, sondern reine Erfahrungswerte sind, die ich mir in meiner beruflichen Tätigkeit in den letzten Jahren angeeignet habe.

Alles was mit Datennutzung & Speicherung und allgemein Werbung zu tun hat, steht derzeit unter keinem guten Stern: Negativ-Portraits in den Medien haben sich Ruf schädigend ausgewirkt, eine verschärfte Gesetzeslage und die wirtschaftliche Krise tun ihr übriges. Dennoch, ohne Kontakte / Daten zur Selektion und Bewerbung ist das Direktmarketing und somit zielgenaue und streuverlustfreie Werbung nicht möglich. Zudem ist Direktmarketing ohne saubere Kontakte und gute Selektionen auch sehr endkundenunfreundlich. Denn, wenn man gezwungen wird, mangels Datenmasse (im Sinne der Differenzierungsmerkmale) das Gießkannenprinzip anzuwenden, führt dies zu einer Überflutung der Werbeempfänger mit, für diese teilweise völlig belanglose und unnütze Werbung. Beispielsweise Rasenmäher-Prospekte in Hochaussiedlungen sind selten zielführend.

Schwerpunkt in diesem Abschnitt sind online generierte und genutzte Datensätze für Werbung an Privathaushalten (B2C) in Deutschland (auch für den B2B-Bereich bedarf es einer vorherigen ausdrücklichen (!) Einwilligung – § 7 UWG Abs. 2 Nr. 3 – für Werbemaßnahmen).

Die Überschrift dieses Beitrags lässt schon vermuten,  dass es um die große Frage geht, die man immer wieder, sowohl von Neueinsteigern, als auch alten Hasen der Branche – sowie heiß diskutiert zwischen vielen Rechtsanwälten hört: “Darf man Adressdaten kaufen/verkaufen?“.

Das kann man recht kurz beantworten: Adressen selber kann man natürlich verkaufen/kaufen, aber nicht direkt die Permission bzw. die Zustimmung zur Nutzung & Weiterverarbeitung (das sogenannte Opt-In).
Adressdaten (egal ob Telefon, E-Mail, Post oder Mobil) kann man somit nicht direkt kaufen/verkaufen (aber z.B. vermieten oder Nutzungsrechte übertragen oder Daten für einen Kunden als technischer Partner generieren beispielsweise durch das Co-Sponsoring, etc.).
Im schnellen Umgang zwischen Vertriebler & Vertriebler oder Einkauf & Vertrieb redet man aber meist dennoch über „Verkaufen“ & “Kaufen” wenn auch oft etwas anderes (aus rechtlicher Sicht) damit gemeint ist. Was es für Branchenfremde und Einsteiger natürlich erst mal nicht einfacher macht hier durchzublicken.

Aber kommen wir zurück zum zuvor bereits  erwähnten Opt-In. Ein Opt-In für Werbung (Werbeeinverständnis zur Datennutzung) ist deswegen so wichtig, da eine Werbungsendung wie beispielsweise eine E-Mail ohne Einwilligung eine unzumutbare Belästigung im Sinne des UWG ist. Zudem können die Sender durch den Empfänger der Werbung, Mitbewerber oder auch klagebefugte Verbände abgemahnt werden kann. Jede unverlangte Zusendung beansprucht ferner auch die Aufmerksamkeit des Empfängers und stellt daher einen unzulässigen und unterlassungsfähigen Eingriff in die Privatsphäre bei Privatpersonen (B2C) bzw. in den ausgeübten Betrieb bei Gewerbetreibenden (B2B) dar (Exkurs: Zivilrechtliche Anspruchsgrundlagen sind hierbei § 823 Abs. 1, § 1004 Abs. 1 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches).

Das Verinnerlichen der Voraussetzungen einer rechtskonformen Werbekommunikation lohnt, denn wer rechtswidrig verschickt, riskiert unter anderem:
– Abmahnungen mit Strafbewährten Unterlassungsansprüchen
– Vertragsstrafen von Betroffenen (typischerweise zwischen 3.000,– und 10.000,– EUR)
– Ordnungswidrigkeitsverfahren mit hohen Bußgeldern von bis zu 250.000,– EUR
– Imageschaden durch negative Mundpropaganda über Netzwerke wie Xing, Facebook oder Einträge in einschlägigen Foren wie beispielswiese AntiSpam.de.

Direktmarketing

Direktmarketing

Das BDSG (=Bundesdatenschutzgesetzt) sollte hier ja eigentlich weiterhelfen, wenn wir personenbezogene Daten nutzen und verarbeiten möchten. In der Praxis sieht dies allerdings ganz anders aus.
Ein wesentlicher Grundsatz des Gesetzes ist das so genannte „Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt“. Dieses besagt, dass die Erhebung, Nutzung sowie die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Prinzip verboten ist. Sie ist nur dann erlaubt, wenn entweder eine ganz klare Rechtsgrundlage gegeben ist (d. h., das Gesetz erlaubt die Datenverarbeitung in diesem Fall) oder wenn die betroffene Person ausdrücklich (meist schriftlich oder digital) ihre Zustimmung (u.a. auch Opt-In genannt) zur Erhebung, Verarbeitung und Nutzung gegeben hat (§ 13 Abs.2 ff BDSG).

Es fällt Ihnen sicherlich sofort auf, dass sich hier bereits die erste Schwachstelle im Gesetz auftut:
Dort steht nur, dass eine Zustimmung zu erheben ist. Es wird aber mit keinem Satz definiert wie diese Zustimmung zu erheben ist oder auszusehen hat. Auf diesen Graubereich mit all seinen Tücken bin ich ja bereits im vorigen Artikel eingegangen – daher direkt zum ersten Zwischenfazit: Im Bereich Adresshandel/Adressbroking gibt es keine einheitlichen rechtlichen Aussagen, Definitionen oder Meinungen. Weder bei Branchenverbänden, Anwälten, Richtern und auch nicht im Gesetzestext finden sich stimmige Aussagen. Rechtlich ist alles sehr grob bis zum Teil sehr schwammig ausgedrückt.

Lösungsansätze:
Die Hauptfrage dieses Beitrags, wie man dennoch am Markt rechtsgültig Daten „verkaufen“, verarbeiten sowie erheben darf und dies sauber und natürlich auch moralisch vertretbar tun kann, soll im Folgenden anhand eines Beispiels geklärt werden.
Als Exempel für rechtskonforme Datengenerierung/-nutzung soll hier ein Online-Gewinnspiel dienen. Im Rahmen dieses Gewinnspiels erhebt ein Unternehmen Daten von Privathaushalten. Im Anmeldeprozess erfragen die Betreiber per Checkbox (nicht vorangeklickt!) von den Teilnehmern eine aktiv getätigtes Opt-In, zur Weitergabe der Adressdaten an Dritte. Das Ganze wird unabhängig von der Teilnahme am Gewinnspiel angeboten/abgefragt. Dies ist sehr wichtig, denn rechtlich ist das Koppeln der Datenfreigabe an die AGB verboten (das so genanntes „Kopplungsverbot“ gemäß § 28 Abs. 3b BDSG)!
Für eine rechtssichere Adressgenerierung/-nutzung bedeutet das, dass die Zustimmung zum Werbeeinverständnis (Opt-In) nicht mit in die Geschäftsbedingungen oder in die Teilnahmebedingungen eingefügt werden darf. Stattdessen sind hierzu immer zwei voneinander getrennte Ankreuz-Kästchen (Checkboxen) erforderlich, so dass eine Teilnahme auch ohne Werbeeinverständnis möglich ist. Diese Checkboxen sollten zudem beide keine Pflichtfeder sein sondern optional.

So erzielt man eine gute und moralisch sowie wirtschaftlich akzeptable Grundlage zur Nutzung von personenbezogenen Daten (Exkurs: Früher wurde auch oft das „Opt-Out Verfahren“ genutzt, dieses Verfahren gilt aber allgemein als unseriös und ist gesetzlich stark an – und in Teilen – über der Grenze!). Egal ob Sie nun selber Daten erheben oder fremde Liste zubuchen/einbuchen, Sie sollten immer darauf achten, dass die gerade genannten Aspekte bei der Erhebung von Daten die für Werbung genutzt werden sollen, so umgesetzt wurden. Und hierbei ist es egal ob es sich bei der Erhebung um ein Gewinnspiel, eine Umfrage, ein Onlineportal oder ein Zeitungsabo/etc. handel. Der rechtliche Grundrahmen ist immer der Selbe. Werbung auf diese Daten ist außerdem auch nur zulässig, wenn der Kunde bei der Erhebung der Adresse und bei jeder Verwendung klar und deutlich darauf hingewiesen wurde, dass er der Verwendung jederzeit widersprechen kann (Widerrufsbelehrung mit direkten Wiederrufskontaktdaten – § 13 Abs. 3 TMG). Ein Passus bei der Datenerhebung könnte exemplarisch lauten: „Sie können der Nutzung Ihrer Daten zu Werbezwecken jederzeit kostenfrei per E-Mail an abmelden@musterdomain.de oder telefonisch unter 0800 – 123456 widersprechen. Einen Abmelde-Link hierzu findet sich auch in jedem Newsletter.“

Lesenswert

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Wenn Sie mich nun fragen, ob dies wirklich reicht um saubere Datennutzung zu gewährleisten muss ich dies mit einem „Nein“ beantworten. Denn meist reicht es eben nicht aus das gerade beschriebene Opt-In zu nutzen, da die Einwilligung der Teilnehmer (wie vorhin beschrieben) nicht immer übertragbar auf Dritte sind. Gerade im Telemarketing oder E-Mail-Marketing stellt dies die erhebenden Unternehmen vor große Herausforderungen. Ein Lösungsansatz von einigen dieser Unternehmen, ist beispielsweise das so genannte CoSponsoring, das im kommenden Beitrag genauer beschrieben wird. Aber auch wie ein Opt-In zu erfassen ist, welche Merkmale dieses haben muss und das diese Merkmale auch nicht gegen das Datensparsamkeitsgebot (§ 3a BDSG) verstoßen muss beachtet werden. Zudem sollte im Hinterkopf behalten werden, wie lange ein Opt-In allgemein gültig ist und zum Nachweis aufbewahrt werden kann/muss.

Es gibt noch ein weiteres großes Manko beim einfachem „Opt-In“. Das Gesetz sagt uns, wie vorhin bereits erwähnt, wir müssen eine Zustimmung der Privatkunden erheben – aber theoretisch kann jeder auch mit den Daten seines z.B. unbeliebten Nachbarn teilnehmen und das Formular ausfüllen, etc.. Es können beliebige Kontaktdaten zur Anmeldung verwendet werden – also auch fehlerhafte Daten oder Daten fremder dritter Personen. Da solche falschen oder missbräuchlichen Einträge immer wieder zu Problemen und rechtlichem Ärger führen (Abmahnungen/etc.), wurde im Onlinemarketing das verbesserte Verfahren des „Confirmed Opt-In“ das „Double-Opt-In (kurz DOI)“ entwickelt (Notiz: Allgemein im Umgang spricht man aber meist nur von „Opt-In“ auch wenn eins der anderen Verfahren gemeint ist).
Eine Verpflichtung zu Double-Opt-In besteht gesetzlich freilich nicht, dort ist leider überhaupt kein einziges Verfahren aufgeführt/aufgezeigt das rechtsgültig ist. Die Tendenz der Gerichtsurteile allerdings scheint deutlich mehr zur Zulässigkeit der Zusendung des Bestätigungslinks beim Double-Opt-In zu tendieren. Im Rahmen eines Urteils (AZ 161 C 29330/06, Amtsgericht München) wurde beispielsweise entschieden, dass die Werbung mit E-Mails, insbesondere Newslettern, keine unzumutbare Belästigung im Sinne des § 7 II Nr. 3 UWG darstellt, wenn hierbei auf das Double-Opt-In-Verfahren zurückgegriffen wird.
Der Vollständigkeit halber ein paar Sätze zur offline Opt-In Einwilligung per Post und/oder Telefon: Vorweg On- und offline Einwilligungen teilen dieselben Grundsätze bei den rechtlichen Erfordernissen. Die Einwilligung kann also seitens eines Nutzers auch per Post, Telefon, persönlich oder allgemein in jeder geeigneten Weise erteilt werden, wenn sie zwanglos, sachkundig und durch eine spezifische Angabe zum Ausdruck kommt.
Probleme ergeben sich hier natürlich bei Nachweisbarkeit des Werbeeinverständnisses. Zwar ließe sich per Post oder Telefax eine Einwilligung anhand der Unterschrift auf dem Dokument belegen. Praktisch besteht allerdings die Möglichkeit, dass Dritte Fremddaten notieren, die Unterschrift fälschen und somit auch keine gültige Erlaubnis vorliegt. Bei Abgabe einer Einwilligung am Telefon oder im persönlichen Gespräch hingegen, kann zwar deren Empfänger innerhalb einer gerichtlichen Auseinandersetzung als Zeuge fungieren, allerdings ist fraglich, inwieweit die Einwilligung dann glaubhaft gemacht und schlussendlich bewiesen werden kann.

Fazit

Fazit

Schlussfazit: Eine 100 prozentige Rechtsicherheit im Datenhandel gibt es nicht. Es gibt aber viele Wege endkundenfreundlich sowie wirtschaftsorientiert Daten zu erheben, zu verarbeiten sowie für Direktmarketingkampagnen einzusetzen.
Ich kann allen immer nur wieder raten, sich gut beraten zu lassen. Optimaler Weise nicht vom Hausanwalt sondern von einem Fachanwalt für Medienrecht. Zusätzlich oder zumindest alternativ sollte eine Beratung von einer Agentur, die in diesem Bereich über langjährige Erfahrung verfügt, gerade wegen der sehr unklaren und auch für Anwälte teilweise schwer zu erfassenden Rechtslage, eingeholt werden.

Ich hoffe dieser Abschnitt hilft Ihnen, Ihre ersten Schritten im Direktmarketing, möglichst sicher und ohne schlechte Erfahrungen gehen zu können.

Lesen Sie morgen im dritten Teil alles zum Thema „Co-Sponsoring / Co-Registrierung“ als optimale Hebel bei der Neukundengewinnung im Direktmarketing.

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Neukundengewinnung im Direktmarketing Teil 1: Allgemeine Grundlagen

Direktmarketing

Direktmarketing

In drei Abschnitten möchte ich Ihnen die Neukundengewinnung im Internet mittels Direktmarketing, primär bezogen auf die Generierung von Adressdaten und alles was damit im Zusammenhang steht, näher bringen.

Viele begehen den schweren Fehler zu denken, dass sie als Werbetreibende im Direktmarketing mit dem Thema BDSG, Adressen, Opt-In und Co. nichts zu tun hätten. Dies ist jedoch ein Trugschluss. Zum Einen beruht jede Werbeaktion die gezielt, und nicht nach dem Gießkannenprinzip, umgesetzt werden soll, auf Datenerhebungen, anhand der Selektion des Werbetreibenden (mal mehr Datenfelder, mal weniger, mal Post, E-Mail oder Telefonmerkmale oder weitere soziodemographische Profilwerte von Verbrauchern, etc.). Zum Anderen zeigen aktuelle Urteile ganz deutlich, dass man sich nicht mehr auf die Position stellen kann, die Daten (auf denen man wirbt) selber nicht erhoben / gekauft oder gemietet zu haben, sondern dies ein Dritter für einen als Dienstleistung getan hat. Das ist zwar nicht gänzlich irrelevant, aber man ist in der klaren Mitstörerhaftung und muss bei allen Werbeaktionen seiner Sorgfaltspflicht nachkommen.
Keine Sorge, das klingt jetzt alles schlimmer als es ist, ist aber eben auch nicht so unkompliziert wie viele denken. Eine gesunde Portion Interesse und der oft gelobte „Blick über den Tellerrand“ sollten gerade im Direktmarketing vorliegen. Setzt man fundiertes Hintergrundwissen gezielt ein, bietet das Direktmarketing viele Hebel zur gezielten Neukundengewinnung mit minimalen Streuverlusten zu angemessenen und leicht kalkulierbaren Kosten.

Erstes Fazit: Jeder Werbetreibende, der direkt oder indirekt Werbung bzw. Direktmarketing Maßnahmen betreibt, ist gut beraten, sich mit den Grundlagen und auch den rechtlichen Aspekten mehr als nur oberflächlich zu beschäftigen. Dem Erfolg ohne Reue ist er dann schon ein großes Stück näher.

Adress-Marketing = Die Grundlage des Direktmarketing.
Aber warum hat es vielerorts eine so schlechte Reputation?

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Folgende Frage, die immer wieder gestellt wir, ist völlig berechtigt: „Stimmt es, dass der Adressdatenhandel ein rechtlicher Graubereich ist?“
Mit einem Wort: „Ja“ – teilweise ist er es einfach. Adress-Marketing / Adresshandel und das Adressbroking sind vom Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) geregelt. Der so genannte Graubereich betrifft überwiegend das E-Mail- & Telefon-Marketing, die beide nicht direkt unter das BDSG fallen. Zudem sind in Deutschland bestimmte Werbemaßnahmen nur nach erklärter oder mutmaßlicher Einwilligung zulässig; Dies ist u.a. im § 7 Absatz 2 Nr. 2, 3 UWG geregelt. Die rechtliche Bewertung eines solchen Opt-In (=Werbeeinverständnis) ist zudem noch fragwürdig bis ungeklärt und die Gerichte sind sich hier nicht wirklich einig. Denn im Gesetz steht nur, dass eine Zustimmung zu erheben ist, aber es wird weder definiert wie diese Zustimmung zu erheben oder zu speichern ist, noch wie diese auszusehen hat. Hier kann man sich daher derzeit leider, wenn überhaupt, nur an vergangenen Referenzurteilen von Landes- oder Oberlandesgerichten orientieren. Bei einer solchen Orientierung sind wir dann auch mitten im Graubereiche. Eben ein Bereich, der nicht genau durch das Gesetz geregelt ist und je nach Anwalt, Richter und sonstigen Stelle zu verschiedenen Interpretationen und Meinungen führt. Was die Unternehmer in Deutschland leider sehr oft mit dem Problem allein lässt und vor viele offene und nicht klar zu beantwortende Fragen stellt.

Und als ob das Ganze nicht schon unklar genug ist, muss zusätzlich auch noch E-Mail-, Post- und Telefonwerbung, oder die Kombinationen aus diesen, sowie dem Land in dem und aus dem man wirbt unterschieden werden. Auch ob es sich um B2C oder B2B Werbung dreht ist zu unterscheiden! Man könnte diese Liste noch ewig fortführen. Denn je nachdem welche Datenmerkmale sie erheben oder nutzen möchten, gelten andere Regeln und im Zweifelsfall nur unklare und schlecht bis gar nicht definierte Rahmenbedingungen für diese. Eine 100 prozentige Rechtssicherheit oder -klarheit gibt es nicht. Es gibt aber viele Wege das Risiko zu minimieren und endkundenfreundlich sowie wirtschaftsorientiert Direktmarketing zu betreiben und Daten hierfür zu nutzen und/oder zu erheben/verarbeiten.

Die Wanderung über den Schmalen Grat, zwischen der gewünschten Kundengenerierung und der verpönten und rechtlich unsauberen Direktansprache potentieller Kunden,  werde ich Ihnen in diesem Kapitel näher bringen.

Lesen Sie morgen mehr im zweiten Teil: „Rechtlich sichere Adressnutzung im Direktmarketing“.

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Über den Autor

Jan-Philip ZieboldJan-Philip Ziebold ist Geschäftsführer bei der "DZ-Media Verlag GmbH - Werbe- & Mediaagentur für Direktmarketing" in Essen und schreibt in diesem privaten Blog über Trends, Tipps sowie News rund um das Thema Direktmarketing. Jan-Philip Ziebold bei Xing Jan-Philip Ziebold bei Facebook Zur DZ-Media Webseite

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