Direktmarketing Blog

Trends, Tipps, Studien und mehr rund um das Thema Direktmarketing – Ein privater Blog von Jan-Philip Ziebold

Rechtslage im Dialogmarketing: Telefon-Verträge sind wirksam, selbst bei Wettbewerbsverstoß

Folgendes Urteil aus diesem Sommer (welches diese Woche frisch veröffentlich wurde) empfand ich persönlich als sehr spannend und wollte es daher hier einmal kurz als zusammengefassten Lesesnack mit Ihnen teilen:

„Durch unerlaubte Werbeanrufe abgeschlossene Telefon-Verträge sind wirksam“
(Urteil vom Amtsgericht Lahr, Az.: 5 C 246/13, Infoquelle: RA Dr. Martin Bahr).

Persönliche Anmerkung:
Mit „Cold Calls“ haben wir oder unsere Kunden natürlich direkt nichts zu tun, dennoch wissen wir alle, das die Thematik „telefonische Abschlüsse“ und generelle der Kontakt zu Endkunden via Telefon hinsichtlich einer Werbeeinwilligung (Opt-In) oft leider als „grau“ anzusehen ist. Dies primär mangels genau definierter Rechtslage, viel Interpretationsspielraum sowie teilweise konträre Urteile zum selben Thema. Daher stellt dieses Urteil eine weitere Absicherung für alle Unternehmen dar, die auf telefonischen Wege mit ihren Kunden oder Interessenten Kontakt aufnehmen und dort auch Abschlüsse/Verträge schließen/annehmen. Es sichert schlicht die über den Kanal Telefon geschlossenen Verträge nochmals besser ab und hat daher allgemein sichernde Signalwirkung für das Dialogmarketing.

Details des Urteils, als Zusammenfassung von Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr:
Telefon-Verträge, die infolge eines unerlaubten Werbeanrufes abgeschlossen werden, sind wirksam, selbst wenn ein Wettbewerbsverstoß vorliegt.

Die Klägerin machte Entgelte aus einem Telefon-Vertrag geltend. Die Beklagte verteidigte sich u.a. damit, dass die Klägerin sie unerlaubt angerufen habe und nur so der Vertragsschluss zustande gekommen sei. Der Kontrakt sei nichtig, da ein Verstoß gegen § 7 Abs.2 UWG vorliege und die Vereinbarung somit unwirksam sei (§ 134 BGB). 

Dies ließ das AG Lahr nicht geltend, sondern stufte den Vertrag als gültig ein. 

Zwar sei eine Wettbewerbsverletzung gegeben. Diese führe jedoch nicht zur Unwirksamkeit des Telefon-Vertrages. Bei der UWG-Vorschrift handle es sich lediglich um eine bloße Ordnungsvorschrift, die die Art des Zustandekommens eines Vertrages betreffe. Der Telefon-Vertrag an sich werde jedoch gerade nicht verboten. Auch verbiete das Gesetz gerade nicht den Abschluss derartiger Vereinbarungen über das Telefon. 

Die Ansicht des AG Bremen (Urt. v. 21.11.2013 – Az.: 9 C 573/12), das durch Cold Calls abgeschlossene Verträge als unwirksam einstuft, sei wenig überzeugend und sei in der Rechtsprechung auch bislang isoliert geblieben. Gerade die Tatsache, dass der Gesetzgeber trotz Kenntnis der aktuellen Misstände im Bereich der Cold Calls bislang keine weitergehenden Regelungen getroffen habe, spreche für die Wirksamkeit des Telefon-Vertrages. Alleine der Gesetzgeber habe es in der Hand, für derartige Fälle auch die Wirksamkeit bzw. Unwirksamkeit des Vertrages anzuordnen. Eine solche Regelung fehle bislang jedoch.

Ich hoffe Ihnen mit diesem kleinen Infosnack zum Tagesstart einen Mehrwert an die Hand gegeben zu haben.

Beste Grüße aus der Ruhrstadt Essen,
Jan-Philip Ziebold

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EU erschwert Onlinemarketing massiv mit neuer Datenschutzverordnung

Rechtslage

Rechtslage

Wenn die Europäische Kommission den noch nicht amtlichen Entwurf (siehe auch unseren Beitrag vom 08.12.) ihrer neuen Datenschutzverordnung umsetzen sollte (der Ende 2011 geplant wurde) und die geplante Übergangsfrist von zwei Jahren verstrichen ist, wird es eng auf dem Werbemarkt!

Das neue geplantes EU-Datenschutzrecht beinhaltet u.a. folgende Änderungen:

– Generelle Opt-in-Pflicht für Werbung:
Das „Soft Opt-in“ bei Bestandskunden-Werbung für ähnliche Produkte und Dienste zu den zuvor gekauften ist dann NICHT MEHR möglich.

– Beschränkte Profilierung & mehr Opt-Ins:
Kreditwürdigkeit, persönliche Vorlieben oder das Nutzungsverhalten zu speichern ist dann tabu! In vielen Fällen dürfte ein weiteres Opt-in erforderlich werden.

– Schutz von Minderjährigen:
Werbung an Personen unter 18 Jahren wird schwierig. Ein Opt-In ohne Einwilligung eines Erziehungs-/Vertretungsberechtigten soll dann ungültig sein/werden.

– Digitaler Radiergummi:
Jedes Individuum soll das Recht erhalten, „vergessen zu werden“. und schließt auch im Netz veröffentlichte Infos oder Links ein.

– Beschränkung internationaler Datenübermittlung:
Persönliche Daten sollen nur noch übertragen werden dürfen, wenn das Zielland bzw. das multinationale Unternehmen ebenfalls den restriktiven EU-Vorschriften genügt.

– Und noch mehr rechtliche / administrative Hürden werden kommen:
Hierunter fallen u.a. streng formulierte Transparenzpflichten in Bezug auf die die Verfügbarkeit und Formulierung von Datenschutzbestimmungen sowie das Auskunftsrecht. Daneben sind Anforderungen für die Beauftragung externer Dienstleister, für die Benachrichtigungspflichten gegenüber Behörden und Betroffenen bei Datenpannen sowie eine Verpflichtung zur Vornahme von Schadensbewertungen vorgesehen.

Weiterführende Links: Rene Kulka hat hierzu ebenfalls weiterführende Informationen zusammengetragen, u.a. zum „Gegenschlag“ der deutschen Brache verbände: Hier geht es zu diesem Beitrag… http://www.optivo.de/campfire/geplante-eu-datenschutzverordnung-koennte-dialogmarketing-weiter-erschweren/

P.s. Unternehmen sollen somit zukünftig mit Strafen in Höhe von bis zu 5% ihres weltweiten Umsatzes belangt werden, wenn diese sich nicht an die Datenschutzregeln der EU halten. Anfang 2012 sollen die Regeln bereits verbindlich verabschiedet werden (ABER: Es wird noch mindestens zwei Jahre dauern, bis auch alle EU-Mitgliedsstaaten die neuen Datenschutzregeln absegnen und dann braucht es zudem noch weitere zwei Jahre bis diese greifen. Also genug Zeit sich auf alles einzustellen bleibt allemal).

Es bleibt abzuwarten was in Q1/2012 zu diesem Thema noch passieren wird. Ich halte Sie jedenfalls up-to-date!

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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BDSG 2009 bis 2012 – Was ist neu und zu beachten!?

Seit 2009 hat sich sehr viel im Direkt- & Dialogmarketing getan. Neben der BDSG Novelle am 01.09.2009 die bis 2012 Step-by-Step greift, hagelt es auch anderweitig Gesetzesänderungen und viele neue Urteile die einige “Graubereiche” deutlicher beleuchten/einige eher unklarer machen…. Wir berichteten darüber die letzten Monate immer mal wieder.

Da man in diesem Dschungel an Informationen sehr leicht den Überblick verlieren kann, habe ich zusammen mit meiner Firma, der DZ-Media, hierzu eine Übersicht erstellt, die bereits von unseren Partnern in mehreren Blogs veröffentlicht wurde (danke hierfür!).

Eine Zusammenfassung aller Schaubilder in höherer Auflösung gibt es als PDF hier von DZ-Media bereitgestellt zum download, hier klicken.

Hier alle Schaubilder zum Thema “BDSG / Direkt- & Dialogmarketing  2009 bis 2012” in der Voransicht:


P.S.: Für Zusammenfassung aller Schaubilder als PDF zum download hier klicken!  :-)

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

P.S.: Zur Direktmarketingagentur DZ-Media geht es hier lang: http://www.dz-media.de

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D-A-CH-Konjunkturbarometer 2009/2010

DDV

DDV

Am 12.03. berichtete ich bereits über die Zurückhaltung bei Auftraggebern 2009 in Deutschland sowie der Trend für 2010. Heute möchte ich ich die DDV-Auswertung hinsichtlich des der Dialogmarketingbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorstellen.

Erstes Fazit: Die Branche schaut trotz allem optimistisch in die Zukunft.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Dialogmarketingbranche im gesamten deutschsprachigen Raum, aber vor allem in Deutschland hart getroffen. Für das laufende Geschäftsjahr geben sich die Dialogmarketinganwender und -Dienstleister in Deutschland, Österreich und der Schweiz allerdings wieder optimistisch und erklären die Rezession für beendet.

Während für 2009 über 40 Prozent aller Befragten in der D-A-CH-Region einen Umsatzrückgang meldeten, gehen für das laufende Jahr 80 Prozent für ihr Unternehmen von einer zufriedenstellenden Umsatzentwicklung aus. Dies zeigt die Umfrage „D-A-CH-Konjunkturbarometer, an der insgesamt 196 Mitglieder der Verbände DDV (121 Teilnehmer) sowie DMVÖ und SDV teilgenommen haben.

D-A-CH-Region: Budgetverschiebungen in der Krise
Erstmals wurde im Konjunkturbarometer die direkten und indirekten Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die bereitgestellten Dialogmarketingbudgets thematisiert. Bei der Frage, ob durch die Wirtschaftskrise 2009 eine Verschiebung der Marketingbudgets von der Klassik hin zum Dialogmarketing stattgefunden hat, scheiden sich in der D-A-CH-Region die Geister: 43 Prozent möchten eine solche Verschiebung feststellen; 57 Prozent sehen hingegen kaum eine bzw. keine Verschiebung. 19 Prozent sind sogar der Meinung, dass die Dialogmarketingbudgets aufgrund der Krise erheblich reduziert wurden. 56 Prozent glauben, dass diese eher reduziert wurden. Von einer Erhöhung gehen hingegen gerade mal sieben Prozent aus.

Diese Ergebnisse zeigen unverblümt: nicht nur die Klassik, auch das Dialogmarketing hat heftig Federn lassen müssen. Und: Auftraggeber haben sich bei der Wirtschaftskrise 2009 nicht – wie von vielen angenommen – auf eine Verschiebung der Budgets von der „teuren“ breit streuenden Klassik in das preisgünstigere und zielgruppengenaue Dialogmarketing 2009 verlegt, sondern Budgets radikal gestrichen!

Vielen Dank an den DDV für diese spannende Auswertung!

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Mailingtagen 2009, Fachmesse für Dialog- & Direktmarketing

Fachmesse für Direkt- und Dialogmarketing

Fachmesse für Direkt- und Dialogmarketing

Zehn Jahre ist es her, dass die mailingtage im Jahr 2000 erstmals Direkt- und Dialogmarketer nach Nürnberg lockten. In diesen Jahren hat sich die Messe zur führenden Fachmesse für Direkt- und Dialogmarketing entwickelt. Um die 4oo Aussteller und 8.000 Messe- und Kongressbesucher tauschen sich hier zwei Tage lang (24. bis 25. Juni 2009) über neueste Trends in der persönlichen Kundenansprache aus.

Eine optimale Plattform, um sich in Sachen direkte Kommunikation auf den neuesten Stand zu bringen. Zahlreiche Fach- und Praxisvorträge bieten Gelegenheit sich mit Experten und Besuchern über die Chancen, die das Direkt- und Dialogmarketing bietet, auszutauschen. Hier wird alles möglich geboten von A wie Adressen, über E wie E-Mail-Marketing bis hin zu T wie Telefonmarketing oder Z wie Zustellung.

Weiterhin ist die aktuelle Veranstaltung zugleich ein Jubiläumsjahr für die Betreiber. Denn die Messe feiert Ihr zehnjährigen Jubiläums. Die Direkt- und Dialogmarketer können sich laut den Betreibern auf viele Überraschungen freuen.

In eigener Sache

In eigener Sache: Auch meine Firma wird dieses Jahr mit fünf Mann als Besucher wieder vor Ort sein. Insgesamt kommen wir mit drei E-Mail-Marketing- und zwei Adress-Marketing-Beratern auf die Messen. Wer somit Lust, Zeit sowie Interesse an einem Treffen hat, soll sich einfach unter kontakt@dz-media.de melden.

Mit freundlichen Grüßen aus Essen,
Ihr Jan-Philip Ziebold
Direktmarketing Blog

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Post- & Online-Marketing verzahnen

Post-Marketing

Post-Marketing

Der Brief ist tot – Es lebe der Brief! “Internet ist nicht alles”, sagten 81% der befragten Fachleute schon 2005 im Rahmen einer Umfrage der Agentur 21torr und rieten dazu, Dialog Marketing per Brief und Online-Marketing miteinander zu verzahnen. 2005 ist nun schon wirklich etwas her, aber die Aussage ist aktueller den je. Zwar informieren sich z.B: Online-Shopper heute primär online – sprich Kataloge und Briefe sind daher oft out, dennoch ist Brief bei weiten nicht tot. Den integriertes Dialogmarketing ist auch heute noch das A und O einer guten und umfassenden Werbestrategie, der “Brief” bleibt unverzichtbar. Den Mailings sind oft individueller und einzigartiger, den anders als E-Mails können die klassischen Mailings per Brief den Empfängern darüber hinaus auch ein sinnliches Erlebnis bieten.

Die USPS veröffentlichte unter der Überschrift <USPS Research Shows Direct Mail Drives Online Sales> eine von comScore Networks, Inc. durchgeführte Studie, die eine solche Behauptung eindeutig belegt.
Empfänger von Katalogen besuchen z.B. 16% häufiger die Webseite eines Onlinehändlers. Weiterhin ist die Anzahl der Erstbesucher einer Website, die einen Katalog erhalten haben, doppelt so hoch, wie die Anzahl Besucher ohne Katalog. Eine weltweite Untersuchung zeigte, dass Brief-Empfänger einen Wert aus dem erhaltenen Brief ableiten können und bereit sind, ihn zu öffnen und zu lesen. Das Ergebnis dieser weltweiten Untersuchung wird in Amerika beeindruckend bestätigt: 98% aller Amerikaner lesen jeden Tag Ihre Post; aber weniger als 50% lesen jeden Tag ihre E-Mails!

Zwischenfazit: Es ist sehr erfreulich, dass über 60% der Deutschen im Internet aktiv sind. Ca. 75% der über 65-jährigen und über 40% der Gesamtbevölkerung sind es aber noch nicht. Das der sogenannte “SilverSurfer”, als ein Beispiel, immer mehr an Bedeutung gewinnt, sollte denke ich mal niemanden entgangen sein in den letzten Jahren. Mit einer kombinierten und verzahnten Werbestrategie, kann man auch diese Zielgruppe optimal ansprechen.

Welche Schlüsse lassen sich aus den o.g. Fakten ziehen?:
Wahrscheinlich hat jeder hat da seine eigenen Vorstellungen. Meine ist, dass eine intelligente Kombination aus Direct-Mailing, E-Mailing und Website die Response entsprechend steigert und man nicht zu früh den „tot“ von Post-Marketing ausrufen sollte.

Beenden möchte ich den Beitrag mit einem Zitat von Bruce Barton (Begründer der BBDO-Werbegesellschaft):
In guten Zeiten haben die Menschen den Wunsch zu werben; in schlechten Zeiten müssen sie es tun!“.

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Über den Autor

Jan-Philip ZieboldJan-Philip Ziebold ist Geschäftsführer bei der "DZ-Media Verlag GmbH - Werbe- & Mediaagentur für Direktmarketing" in Essen und schreibt in diesem privaten Blog über Trends, Tipps sowie News rund um das Thema Direktmarketing. Jan-Philip Ziebold bei Xing Jan-Philip Ziebold bei Facebook Zur DZ-Media Webseite

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