Direktmarketing Blog

Trends, Tipps, Studien und mehr rund um das Thema Direktmarketing – Ein privater Blog von Jan-Philip Ziebold

Datenhandel bei Facebook mit Adressen und Telefonnummern und mehr…

Facebook plant nun doch (ein entsprechender Plan war im Januar nach Kritik von Kongressabgeordneten vorübergehend auf Eis gelegt worden) die Adressen und Rufnummern der Nutzer an Dritte weiterzugeben. Das berichtet zuzmindest der bekannte englische Anbieter paidcontent.org.

Sicherlich auch spannend, hier noch ein/zwei Linktipps:
Rechtssicherer Mailverkehr mit Behörden
Weiche Landung: Mit Landing Pages aus Besuchern Kunden machen (alt aber gut!)

Beste Grüße aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

Einsortiert unter:Adressdaten, Allgemein, , ,

Datenbrief als Pflicht für alle Unternehmen?!

Datenbrief

Datenbrief

Der Chaos Computer Club (CCC) möchte mit einem Datenbrie“ den „Datenkraken“ auf die Tentakel schauen.

Der Datenbrief soll, laut dem CCC, die informationelle Selbstverteidigung des Bürgers zu stärken und die Anhäufung von personenbezogenen Daten möglichst unattraktiv zu machen (siehe auch http://www.ccc.de/datenbrief). Dies wurde am 25.01.2010 vom CCC als neues Projekt ins Leben gerufen.

Der CCC fordert den Gesetzgeber daher auf, den Datenschutz für den Einzelnen zu verbessern. Einmal im Jahr sollen Behörden wie Unternehmen dazu verpflichtet werden, Kunden oder Bürgern per Datenbrief mitzuteilen, welche Daten wo über sie gespeichert werden. Einen entsprechenden Vorschlag zur Erweiterung des Auskunftsrechts nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) hat der CCC bereits veröffentlicht und offen zur Diskussion gestellt.

Die ersten Fragen die man sich dabei stellt sind natürlich “Wird das nicht ein bürokratisches Monster?” und “Wer soll das kontrollieren?” sowie “Wer soll das alles bezahlen und was soll die Wirtschaft noch alles auferlegt bekommen?”.

Grundsätzlich ist eine solche Idee ja nicht schlecht, aber aus Sicht der Wirtschaft natürlich ein echtes Monster und zudem mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Und ob es den Datenschutz besser macht, Missbrauch verbeugt und überhaupt etwas gegen schwarze Scharfe tun kann, stelle ich mal sehr in Frage (p.s. Der CCC bittet darum, Kommentare und Vorschläge zum Datenbrief an datenbrief(at)ccc.de zu senden).

Fazit: Nette Idee, aber wirklichen Nutzen wird es wohl niemanden bringen.

Hier noch ein paar Meinungen zum Datenbrief aus dem passenden Xing-Forum zum Thema Datenschutz:

– Thomas Beckmann (Geschäftsführer eines Versandhandels):
„Man stelle sich nur vor, welches Chaos so etwas hervorrufen würde. Wir stoßen heute schon bei einem Stammkunden oft auf Unverständnis, wenn wir nach einem Telefon-opt-in fragen. Nicht, weil er uns kein opt-in geben will, sondern weil er den bürokratischen Aufwand des Einholens nicht begreift. Wenn wir ihm jetzt noch jährlich einen Datenbrief mit Unsinns-Informationen (aus seiner Sicht) schicken müssen, laufen wir Gefahr, dass dieser Bürokratismus auf uns zurückfällt. Aber das wird die Politik nicht interessieren und die entsprechenden Interessengruppen werden mit Sicherheit hochgestochene Argumente finden, warum durch so etwas die Datensicherheit entscheidend verbessert wird. „

– Klaus Pech (Berliner Direktmarketingunternehmer):
„Auf der einen Seite sind Unsicherheiten bei den Bürgern zu erkennen und andererseits wird dies Thema, weil eben Publikumswirksam, von bestimmten Lobbygruppen ausgewälzt. Politiker springen dann gerne auf den Zug auf. Obwohl der CCC eine wirklich gute Arbeit macht, ist er mit diesem Vorschlag etwas daneben, wohl auch aus Generationsgründen. 1. Der mündige Bürger hat schon heute das Recht auf Auskunft. 2. Der mündige Bürger müsste dies auch nutzen. 3. Warum soll die Industrie die Faulheit einiger Bürger auch noch unterstützen? 4. Warum sollen sensible Daten ohne Not auch noch rumgeschickt werden? Legen Sie den Vorschlag zu den Akten und vergessen dies. Es dürfte doch nur heiße Luft sein. Andere Problemfälle sind da viel wichtiger.“

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

Einsortiert unter:Adressdaten, Allgemein, Branchen-News, Rechtslage, , , , ,

Ankauf von Kundendaten

Rechtslage

Rechtslage

Ist der Kauf geklauter Steuerdaten, Straftat ohne Strafverfolgung? Eine gute Frage, den die nordrhein-westfälische Landesregierung hat gestern endgültig grünes Licht für den Ankauf der mutmaßlich gestohlenen Schweizer Daten-CD mit Hinweisen auf bis zu 1.500 Täter gegeben.

Aber um Deutschlands Steuersünder und Schwarzgeldkonten in der Schweiz geht es mir in diesem Artikel gar nicht, sondern lediglich um die Frage, ob der Ankauf von Kundendaten bzw. mutmaßlich gestohlener Kundendaten rechtlich wirklich okay ist.

“Ein Kauf der Daten ist nicht strafbar”, so der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen (CDU). Und dies bereits nach nur wenigen Tagen abgeschlossenen juristischen Prüfung. Und da hat er kurz und knapp gesagt wohl auch leider recht.

Der beschlossene Ankauf von Kundendaten aus der Schweiz durch den deutschen Staat ist für dessen Beamte nicht strafbar, so dass allgemeine Fazit verschiedener Juristen die sich in ihren Blogs damit beschäftigt haben. Während Begünstigung und Hehlerei bereits tatbestandlich nicht erfüllt sind, scheitert laut diesen eine Strafbarkeit bereits daran, dass der Beamte nicht rechtswidrig handelt: Er hat ein Recht zum Ankauf dieser Daten-CD aus § 161 Abs. 1 StPO. Auch die Überlegung ob es deswegen Strafbar ist, weil es Nachahmer anlocken könnte (da der Ankauf in aller Öffentlichkeit geschieht) führt nicht zu einer Strafbarkeit der staatlichen Vertreter gemäß § 111 Abs. 1 StGB.

So jedenfalls lautet das Ergebnis, wenn man den Fall an der Rechtsprechung des BVerfG zum Strafprozessrecht misst. Aus rechtsstaatlicher Sicht ist dies sicherlich für viele unbefriedigend, zumindest aber hinterlässt es wohl bei fast allen einen schalen Beigeschmack, da der Staat hier aktiv kollaboriert mit Straftätern zum beiderseitigen Gewinn. Und wäre das nicht genug, warnt die Schweiz Deutschland zudem vor dem Daten-Kauf, aber gut… Dies scheint Wolfgang Schäuble genauso egal zu sein, wie der eben erwähnte schale Beigeschmack vieler Bundesbürger…

Einen rechtlich sehr tief gehenden und ausführlichen Beitrag zum Thema finden Sie hier:
http://www.telemedicus.info/article/1640-Kauf-geklauter-Steuerdaten-Straftat-oder-Strafverfolgung.html

P.s. Weiterführende Links bezogen auf den rechtlich sicheren Datenhandel im Direktmarketing, gibt dieser Blog-Beitrag Aufschluss:
https://adressdaten.wordpress.com/2008/06/14/rechtlich-sicherer-datenhandel-im-direktmarketing/

sowie

Vertragsmängel beim gewerblichen Adresshandel (E-Mail-Adressen)
https://adressdaten.wordpress.com/2009/11/02/vertragsmangel-beim-gewerblichen-adresshandel-e-mail-adressen/

Verwender haftet für eingekaufte E-Mail-Adressen
https://adressdaten.wordpress.com/2009/12/07/verwender-haftet-fur-eingekaufte-e-mail-adressen/

Mit freundlichen Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold
http://www.dz-media.de

Einsortiert unter:Adressdaten, Allgemein, Rechtslage, , , , ,

Linktipp: Datenhandel Dossier der Tagesschau

i07_100x100

Dossier Datenschutz

Neben vielen Artikeln die mehr oder weniger neutral über das Thema Adressdaten berichten, findet man dort z.B. auch ein Radio Interview zum Datenschutz mit Justizministerin Zypries und einige Check-Listen was erlaubt ist und was nicht.

Ein Tipp hierzu allgemein von mir für Einsteiger: Nicht alles dort ist journalistisch richtig recherchiert, Sie sollten zur endgültigen Meinungsbildung daher mehrere Artikel/Quellen zu Rate ziehen.

Hier gehts zum Dossier der Tagesschau

Einsortiert unter:Adressdaten, Allgemein, Rechtslage, , , , ,

Newsbreak: Peter Schaar befürchtet Scheitern der Datenschutz-Novelle

Datenschützer Schaar

Datenschützer Schaar

Deutschlands oberster Datenschützer Peter Schaar meldet sich per Video-Inteview zu Wort. Laut ihm haben böse Lobbyisten der Werbewirtschaft, des Adresshandels sowie die Profiteure des illegalen Datenhandels sich massiv in das Gesetzgebungsverfahren eingeschaltet…

„Nett“ zu lesen, dass hier die Werbewirtschaft in einem Atemzug mit illegalen Datenhändlern genannt wird… und dass er sich darüber aufregt, dass die Branche sich einmischt. Meine Meinung: Kein Kommentar, das Ganze spricht mehr als für sich… Und: Alle laufenden Gesetzesverfahren verfallen mit dem Ende der Legislaturperiode, die BDSG Novelle ist somit daher derzeit wirklich auf unsicheren Beinen.

Zum Video-Interview bei Turi2: Hier klicken

Update 22.04.: Weitere Medien berichten darüber:
– Tagesschau: „Schaar: Lobbydruck verzögert Datenschutz
– Heise: „Einknicken der Regierung vor der Werbelobby
– Welt: „Schaar: Schärferen Datenschutz nicht verwässern
– Tagesspiegel: „Stillstand beim Datenschutz
– ONEtoONE: „BDSG Novelle vor dem aus?

Einsortiert unter:Branchen-News, Rechtslage, , , , , ,

Datenhandel ein Graubereich? – Rechtslage und Gesetze

Der Datenhandel steht derzeit auf keinem guten Stern, Negativ-Portraits in den Medien haben sich rufschädigend ausgewirkt (es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem nicht angesichts des aktuellen Adresshandel-„Skandals“ eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird); eine verschärfte Gesetzeslage (u.a. die eventuelle BDSG Novelle 2009) und die wirtschaftliche Krise tun ihr Übriges. Dennoch, ohne Datenhandel gibt es kein Direktmarketing und somit kein zielgenaues und streu verlustfreies werben .

Warum hört man immer wieder, das der Adressdatenhandel ein rechtlicher Graubereich ist?
Ganz einfach, weil er es teilweise ist. Der Adresshandel und das Adressbroking sind vom Bundesdatenschutzgesetz geregelt. Der so genannte Graubereich trifft überwiegend auf die Bereiche des E-Mail- & Telefon-Marketing zu, die beide nicht direkt unter das BDSG fallen. Auch sind in Deutschland bestimmte Werbemaßnahmen nur nach erklärter oder mutmaßlicher Einwilligung zulässig, dies ist u.a. im § 7 Absatz 2 Nr. 2, 3 UWG geregelt. Die rechtliche Bewertung eines solchen Opt-In ist zudem leider auch noch fragwürdig bis ungeklärt und die Gerichte sind hier nicht wirklich einig… Den im Gesetz steht nur das eventuell eine Zustimmung zu erheben ist, aber es wird mit keinem Satz definiert wie diese Zustimmung zu erheben sei oder auszusehen hat. Hier kann man sich daher derzeit leider, wenn überhaupt, primär also nur an vergangenen Referenzurteilen orientieren… und da wären wir dann schon im Graubereiche… Halt ein Bereich der nicht genau durch das gesetzt geregelt ist und je nach Anwalt, Richter und Sonstigen Stelle zu verschiedenen Interpretationen und Meinungen führt.
Man muss zusätzlich auch noch unterscheiden zwischen E-Mail-, Post- und Telefondaten sowie der Kombinationen aus diesen. Den je nachdem welche Datenmerkmale sie erheben möchten, gelten andere Regeln. Eine 100%tige Rechtsicherheit im Datenhandel gibt es daher leider nicht, aber es gibt viele Wege endkundenfreundlich sowie wirtschaftsorientiert Daten zu erheben, zu verarbeiten sowie für Direktmarketingkampagnen einzusetzen.

Was nun? Ich empfehle Ihnen, im Zweifelsfall, immer den schwierigeren Weg zu gehen! Dies geht zwar oft zu Lasten der möglichen Menge an Neukunden, aber mit Sicherheit nicht zu Lasten der Qualität oder Rechtssicherheit. Aber wie alles im Leben, ist auch das eine normale Kosten-/Nutzenrechnung.

Unter http://www.adresshandel-und-recht.de/urteile-1.html finden Sie eine Vielzahl von Urteilen thematisch sortiert, die einen kleinen Überblick der Rechtslage durch Referenzurteile darstellen.

Ich hoffe dieser kleine Artikel hilft Ihnen bei Ihren ersten Schritten im Direktmarketing und/oder bei der/dem Datengenerierung/-kauf/ sowie -miete weiter. Gern stehe ich Ihnen für weitere Fragen rund um das Thema auch direkt zur Verfügung.

Einsortiert unter:Adressdaten, Rechtslage, , , , , ,

Rechtlich sicherer Datenhandel im Direktmarketing

Datenhandel, ist dies möglich? Kurz ja. Aber, wie und was gibt es zu beachten beim Kauf/Verkauf von Adressdaten? Hier kurz und informativ das Wichtigste im Überblick:

mmdb135047_viele-paragrafen

BDSG Paragrafen unter der Lupe

Die Überschrift lässt es schon vermuten, es geht um die große Frage die man immer wieder hört sowohl von Neueinsteigern, als auch alten Hasen der Brache – sowie heiß diskutiert zwischen vielen Rechtsanwälten. Die Frage lautet meist: “Wie kann man Adressdatenhandel rechtlich sicher umsetzen?”.

Doch der Datenhandel steht derzeit auf keinem guten Stern, Negativ-Portraits in den Medien haben sich rufschädigend ausgewirkt; eine verschärfte Gesetzeslage und die wirtschaftliche Krise tun ihr Übriges. Dennoch, ohne Daten ist das Direktmarketing und somit zielgenaue und streuverlustfreie Werbung nicht möglich.

In diesem Artikel möchte ich daher kurz aber informativ auf das Thema des Artikels eingehen. Schwerpunkt ist dabei der Bereich “Online generierte Datensätze” von Privathaushalten in Deutschland.

–> Adresshandel immer noch ein rechtlicher Graubereich?
Der Adresshandel und das Adressbroking sind vom Bundesdatenschutzgesetz geregelt. Dennoch spricht man ja immer wieder von einem “Graubereich”, wie kann das also sein?
Ganz einfach, es gibt ihn, aber nicht überall im Direktmarketing gleich stark und gleich problematisch. Der so genannte Graubereich trifft überwiegend auf die Bereiche des E-Mail-Marketing und Telefon-Marketing zu, die beide nicht direkt unter das BDSG, sondern eher unter das Teledienstedatenschutzgesetz fallen. Hinzu kommt der Fakt, dass beide Medien recht einfach und kostengünstig in der Umsetzung sind, und somit Endverbraucher hier deutlich mehr Werbung erhalten als über die klassischen Wegen. Die rechtlichte Bewertung eines Opt-In ist in Deutschland ist dazu leider dazu auch noch fragwürdig bis ungeklärt und die Gerichte sind nicht unbedingt die Freunde des Tele- & Onlinemarketings.

–> Kauf, Verkauf, Miete, … was geht wann?
“Darf man den nun Adressdaten kaufen/verkaufen?” ist ein oft gefragter Punkt.
Daher möchte ich es kurz machen: Adressen selber kann man natürlich verkaufen/kaufen,
aber nicht direkt die Permission bzw. die Zustimmung zur Nutzung & Weiterverarbeitung.

Adressdaten (egal ob Telefon, E-Mail, Post oder Mobil) kann man somit nicht direkt kaufen/verkaufen (aber z.B. vermieten oder Nutzungsrechte übertragen oder Daten für einen Kunden als technischer Partner generieren, etc….).
Im schnellen Umgang zwischen Vertriebler & Vertriebler oder Einkauf & Vertrieb redet man aber meist dennoch über „Verkaufen“ + “Kaufen” wenn auch oft etwas anderes (aus rechtlicher Sicht) damit gemeint ist. -> Was es für Brachenfremde und Einsteiger natürlich erstmal nicht einfacher macht durchzublicken.

Aber kommen wir noch mal zurück zum BDSG (=Bundesdatenschutzgesetzt), da es uns ja eigentlich helfen sollte, – oder?:
Ein wesentlicher Grundsatz dieses Gesetzes ist das so genannte „Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt“. Dieses besagt, dass die Erhebung, Nutzung sowie die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Prinzip verboten ist. Sie ist nur dann erlaubt, wenn entweder eine ganz klare Rechtsgrundlage gegeben ist (d. h., das Gesetz erlaubt die Datenverarbeitung in diesem Fall) oder wenn die betroffene Person ausdrücklich (meist schriftlich oder digital) ihre Zustimmung (u.a. auch Opt-In genannt) zur Erhebung, Verarbeitung und Nutzung gegeben hat (§ 13 Abs.2 ff BDSG).

Es fällt Ihnen, wie auch mir, sicher genau auf, dass sich hier bereits eine sehr starke Schwachstelle im Gesetz auftut, den dort steht nur das eine Zustimmung zu erheben ist, aber es wird mit keinem Satz definiert wie diese Zustimmung zu erheben ist oder auszusehen hat. Hier kann man sich daher derzeit leider, wenn überhaupt, primär also nur an vergangenen Referenzurteilen orientieren… daher kratzt mein Artikel das Thema somit in diesem Beitrag auch nur oberflächlich an.

Zwischenfazit:
Dennoch kann man eine Aussage bereits treffen. Im Bereich Adresshandel/Adressbroking gibt es in meinen Augen keine wirkliche einheitliche rechtliche Aussage, Definition oder Meinung… weder bei Brachenverbänden, Anwälten, Richtern und auch nicht im Gesetzestext. Es ist alles ein rechtlich grob bis zum Teil sehr ungenau schwammig definierter Bereich.

–> Rechtskonforme Datengenerierung am Beispiel Online-Gewinnspiel
Lösungsansätze: Jetzt stellt sich erneut die Frage, wie man dennoch am Markt rechtsgültig Daten verkaufen und verarbeiten sowie erheben darf und dies sauber und moralisch vertretbar.
Nehmen wir ein Beispiel aus dem Onlinebereich, ein Gewinnspiel. Hier erhebt mein Unternehmen z.B: Daten von Privathaushalten – Zweck ist die Teilnahme an einer Verlosung. Im Anmeldeprozess erfragen wir von den Teilnehmern ein Opt-In zur Weitergabe der Adressdaten an Dritte. Dies wird unabhängig von der Teilnahme am Gewinnspiel (AGB) abgefragt (wichtig!), sprich – man kann auch ohne diese Zustimmung teilnehmen. So hat man eine gute und moralisch sowie wirtschaftlich akzeptable Grundlage zur Nutzung der Daten (natürlich nur wenn auch wirklich zugestimmt wurde). Exkurs: Früher wurde auch oft das „Opt-Out Verfahren“ genutzt, dieses Verfahren gilt aber allgemein als unseriös und ist gesetzlich stark an – und in Teilen – über der Grenze!

Reicht dies nun aus um sauberen Datenhandel zu betreiben? Nein.
Denn meist reicht es eben nicht aus das gerade beschriebene Opt-In zu nutzen, da die Permission der Teilnehmer (wie vorhin beschrieben) nicht immer übertragbar ist, gerade im Telemarketing oder E-Mail-Marketing macht dies somit große Probleme. Ein Lösungsansatz ist das CoSponsoring. Grob beschrieben bedeutet es ungefähr das: Der Gewinnspielveranstalter trägt andere Unternehmen als CoSponsoren = Mitveranstalter ein – so muss er keine Permission übergeben, sondern beide Unternehmen erheben die Premission einfach gemeinsam. Beide Firmen können die Datensätze nun nutzen… P.s. Die Werbung ist außerdem nur zulässig, „wenn der Kunde bei Erhebung der Adresse und bei jeder Verwendung klar und deutlich darauf hingewiesen wird, dass er der Verwendung jederzeit widersprechen kann.

Ein großes Problem bei einfachem „Opt-In“ gibt es aber auch jetzt noch, aber keine Sorge, aufgeben muss man jetzt noch nicht: Das Gesetzt sagt uns, wie vorhin bereits erwähnt, wir müssen eine Zustimmung der Privatkunden erheben – aber theoretisch kann jeder auch mit den Daten seines z.B. unbeliebten Nachbarn teilnehmen und das Formular ausfüllen, etc.. beliebige Kontaktdaten zur Anmeldung können somit verwendet werden, also auch fehlerhafte Daten oder Daten fremder dritter Personen. Da solche falschen oder missbräuchlichen Einträge immer wieder zu Problemen und Ärger führen, wurde das verbesserte Verfahren „Confirmed Opt-In (kurz Opt-In)“ oder auch „Double-Opt-In (kurz DOI)“ entwickelt (das aber nicht überall anwendbar ist). Notiz: Allgemein im Umgang spricht man aber meist nur von „Opt-In“ auch wenn eins der anderen Verfahren gemeint ist. Nachteilig am Double-Opt-In Verfahren ist jedoch, dass vielen Empfängern die zweimalige Bestätigung des Empfangs zu umständlich ist und der Versender potenzielle Interessenten wieder verlieren könnte.

Eine Verpflichtung zu Double-Opt-In besteht gesetzlich übrigens nicht, dort ist – wie erwähnt – leider überhaupt kein einziges Verfahren aufgeführt/aufgezeigt das rechtsgültig ist. Die Tendenz der Gerichtsurteile scheint aber deutlich mehr zur Zulässigkeit der Zusendung des Bestätigungslinks beim Double-Opt-In zu tendieren (Beispielurteil: Mit Urteil vom 16.11.06 (AZ 161 C 29330/06) entschied das Amtsgericht München, dass die Werbung mit eMails, insbesondere Newslettern, keine unzumutbare Belästigung im Sinne des § 7 II Nr. 3 UWG darstellt, wenn hierbei auf das Double-Opt-In Verfahren zurückgegriffen wird). Es bleibt abzuwarten wie sich die Rechtslage in den kommenden Jahren hier weiter verändert. Mit jedem neuen Hindernisse tut sich in meinen Augen auch immer eine neue Chance auf sich abzuheben von denen am Markt, die es nicht so genau nehmen und somit kann man auch in der Verschärfung von Gesetzten, wieder etwas gutes finden.

Schlussfazit:
Eine 100%tige Rechtsicherheit im Datenhandel gibt es nicht, aber es gibt viele Wege endkundenfreundlich sowie wirtschaftsorientiert Daten zu erheben, zu verarbeiten sowie für Direktmarketingkampagnen einzusetzen.
Ich kann allen immer nur wieder raten, sich gut beraten zu lassen, und dies optimaler weiße nicht vom Hausanwalt, sondern optimal von einem Fachanwalt für Medienrecht sowie oder zumindest alternativ von einer Agentur, die in diesem Bereich über langjährige Erfahrung verfügt.

Ich hoffe dieser kleine Artikel hilft Ihnen bei Ihren ersten Schritten im Direktmarketing und/oder bei der/dem Datengenerierung/-kauf/ sowie -miete weiter. Gern stehe ich Ihnen für weitere Fragen rund um Das Thema auch direkt zur Verfgung.

Einsortiert unter:Adressdaten, E-Mail Marketing, Post Marketing, Rechtslage, Telefon Marketing, , , , ,

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Follow Direktmarketing Blog on WordPress.com

Archive

Follow Direktmarketing Blog on WordPress.com

Über den Autor

Jan-Philip ZieboldJan-Philip Ziebold ist Geschäftsführer bei der "DZ-Media Verlag GmbH - Werbe- & Mediaagentur für Direktmarketing" in Essen und schreibt in diesem privaten Blog über Trends, Tipps sowie News rund um das Thema Direktmarketing. Jan-Philip Ziebold bei Xing Jan-Philip Ziebold bei Facebook Zur DZ-Media Webseite

Kontakt

Dieser Blog wird betrieben von Jan-Philip Ziebold mit Unterstützung der DZ-Media Verlag GmbH aus Essen. Zum Impressum. Jan-Philip Ziebold bei Xing Jan-Philip Ziebold bei Facebook Zur DZ-Media Webseite

Facebook-Partnerseiten:

Follow Direktmarketing Blog on WordPress.com