Direktmarketing Blog

Trends, Tipps, Studien und mehr rund um das Thema Direktmarketing – Ein privater Blog von Jan-Philip Ziebold

Rechtslage im Dialogmarketing: Telefon-Verträge sind wirksam, selbst bei Wettbewerbsverstoß

Folgendes Urteil aus diesem Sommer (welches diese Woche frisch veröffentlich wurde) empfand ich persönlich als sehr spannend und wollte es daher hier einmal kurz als zusammengefassten Lesesnack mit Ihnen teilen:

„Durch unerlaubte Werbeanrufe abgeschlossene Telefon-Verträge sind wirksam“
(Urteil vom Amtsgericht Lahr, Az.: 5 C 246/13, Infoquelle: RA Dr. Martin Bahr).

Persönliche Anmerkung:
Mit „Cold Calls“ haben wir oder unsere Kunden natürlich direkt nichts zu tun, dennoch wissen wir alle, das die Thematik „telefonische Abschlüsse“ und generelle der Kontakt zu Endkunden via Telefon hinsichtlich einer Werbeeinwilligung (Opt-In) oft leider als „grau“ anzusehen ist. Dies primär mangels genau definierter Rechtslage, viel Interpretationsspielraum sowie teilweise konträre Urteile zum selben Thema. Daher stellt dieses Urteil eine weitere Absicherung für alle Unternehmen dar, die auf telefonischen Wege mit ihren Kunden oder Interessenten Kontakt aufnehmen und dort auch Abschlüsse/Verträge schließen/annehmen. Es sichert schlicht die über den Kanal Telefon geschlossenen Verträge nochmals besser ab und hat daher allgemein sichernde Signalwirkung für das Dialogmarketing.

Details des Urteils, als Zusammenfassung von Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr:
Telefon-Verträge, die infolge eines unerlaubten Werbeanrufes abgeschlossen werden, sind wirksam, selbst wenn ein Wettbewerbsverstoß vorliegt.

Die Klägerin machte Entgelte aus einem Telefon-Vertrag geltend. Die Beklagte verteidigte sich u.a. damit, dass die Klägerin sie unerlaubt angerufen habe und nur so der Vertragsschluss zustande gekommen sei. Der Kontrakt sei nichtig, da ein Verstoß gegen § 7 Abs.2 UWG vorliege und die Vereinbarung somit unwirksam sei (§ 134 BGB). 

Dies ließ das AG Lahr nicht geltend, sondern stufte den Vertrag als gültig ein. 

Zwar sei eine Wettbewerbsverletzung gegeben. Diese führe jedoch nicht zur Unwirksamkeit des Telefon-Vertrages. Bei der UWG-Vorschrift handle es sich lediglich um eine bloße Ordnungsvorschrift, die die Art des Zustandekommens eines Vertrages betreffe. Der Telefon-Vertrag an sich werde jedoch gerade nicht verboten. Auch verbiete das Gesetz gerade nicht den Abschluss derartiger Vereinbarungen über das Telefon. 

Die Ansicht des AG Bremen (Urt. v. 21.11.2013 – Az.: 9 C 573/12), das durch Cold Calls abgeschlossene Verträge als unwirksam einstuft, sei wenig überzeugend und sei in der Rechtsprechung auch bislang isoliert geblieben. Gerade die Tatsache, dass der Gesetzgeber trotz Kenntnis der aktuellen Misstände im Bereich der Cold Calls bislang keine weitergehenden Regelungen getroffen habe, spreche für die Wirksamkeit des Telefon-Vertrages. Alleine der Gesetzgeber habe es in der Hand, für derartige Fälle auch die Wirksamkeit bzw. Unwirksamkeit des Vertrages anzuordnen. Eine solche Regelung fehle bislang jedoch.

Ich hoffe Ihnen mit diesem kleinen Infosnack zum Tagesstart einen Mehrwert an die Hand gegeben zu haben.

Beste Grüße aus der Ruhrstadt Essen,
Jan-Philip Ziebold

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BDSG-Novelle und die Auswirkungen auf das E-Mail-Marketing

E-Mail Marketing

E-Mail Marketing

Seit der Novellierung des BDSG im September 2009 hat sich sehr viel im Direkt- & Dialogmarketing getan. Da die letzte Stufe der BDSG Novelle am 01.09.2012 greift, es viele anderweitig Gesetzesänderungen gehagelt hat und einige neue Urteile den oft genannten “Graubereiche” deutlicher beleuchten, lohnt mal wieder eine aktuelle Zusammenfassung (für die bisherigen Artikel hier klicken)

Die heutige Zusammenfassung hat allerdings den ausschließlichen Fokus auf das E-Mail-Marketing und was sich hier für Unternehmen ändern wird.

Wie bekannt läuft am 01.09.2012 die Übergangsfrist für Datenaltbestände aus (siehe auch § 47 BDSG bezüglich § 28 BDSG), die vor diesem Datum erhoben wurden. Ab dann, muss sämtliche Werbung auf Bestands- & Neudaten BDSG konform umgesetzt werden.

Zwar unterscheiden sich die neuen Paragrafen stark von den alten, aber die daraus oft erste Vermutung, dass sich nun auch für die E-Mail-Marketing-Branche viel ändern würde, ist komplett falsch. Primär betrifft das Thema nämlich die Post- und Telefonwerbung und die allgemeine Datenverarbeitung.

In der ab September dann komplett gültigen Gesetzgebung (§ 28 Abs. 3 S. 2 BDSG) wird an sich nur der Punkt relevant, das man ohne ein Opt-In (sprich Werbeeinverständnis) keinerlei Werbung versenden darf und zudem eine Opt-Out-Möglichkeit (Widerspruch-Möglichkeit) anbieten muss (§ 28 Abs. 4 S. 1 BDSG). Eine an sich sinnvolle und bereits von den meisten Unternehmen seit Jahren gelebte Praxis.

Das alles ist aber an sich auch nicht so neu wir man denkt, den schon jetzt und auch damals gilt/galt, dass eine Werbung via E-Mail wettbewerbs- und zivilrechtlich grundsätzlich eine vorhergegangene Einwilligung voraussetzt. Schon damals konnte man also unter Berufung auf den alten § 28 BDSG keine Werbung per E-Mail an Personen versenden, die nicht vorab eingewilligt hatten.

Aber, natürlich kommt das Thema durch die Novelle und dem Stichtag nochmal stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit und der Endverbraucher unterschiedet nicht so fein wie eventuell die Juristen. Es wird also auch im E-Mail Marketing mehr Nachfragen von Endverbrauchern geben und diese werden auch genauer nach Ihren Rechten schauen. Viele Unternehmer glauben leider nach wie vor, das man E-Mails kaufen darf, Daten einfach anschreiben kann und an sich auch kein explizites Opt-In benötigt. Durch die Novelle und die damit seit 2009 stetig erhöhte Aufmerksamkeit hat sich somit auch im E-Mail Marketing einiges getan. Angst muss aber niemand vor dem 01.09.2012 haben.

Ihre hoffe diese Kurzzusammenfassung hilft Ihnen beim Verstehen der BDSG Novelle weiter. Für tiefer auf das Thema eingehende Informationen bedienen Sie sich einfach bei den bisherigen Artikel hier auf meinem Blog: Hier klicken

Viele Grüße aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

P.s. Thema 2: Hier noch schnell ein Lese-Tipps zum Thema „Tell-a-friend“-Funktionen im E-Mail Marketing: RA Dr. Martin Schirmbacher analysiert das aktuelle Referenzurteil vom LG Berlin. http://www.online-marketing-recht.de/2012/06/lg-berlin-zu-tell-a-friend/

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Direktmarketing & Datenschutz 2012, was wird sich ändern?

Für Anfang 2012 startet das Jahr mit der durch die Regierung geplanten Gründung der Stiftung Datenschutz sowie die ebenfalls für Q1 2012 geplante Novellierung / Überarbeitung des EU-Datenschutzrechts (Hintergrundinformationen zu diesen zwei Themen finden Sie hier).

Und ebenfalls wichtig ist die bereits 2008 verabschiedete letzte Stufe der BDSG Novelle, die in 2012 final greift. Zum Überblick finden Sie hier auch ein paar Schaubilder, die die Änderungen die durch – die BDSG Novelle in Kraft treten – kurz darstellen. Einfach anklicken und das Schaubild öffnet sich in voller Größe:

Zeitachse Änderungen B-TO-C Daten allg.

Zeitachse Änderungen B-TO-C Daten allg.

Zeitachse Änderungen B-TO-C E-Mail

Zeitachse Änderungen B-TO-C E-Mail

Zeitachse Änderungen B-TO-C Post

Zeitachse Änderungen B-TO-C Post

P.S.: Für Zusammenfassung aller Schaubilder als PDF zum download hier klicken!  :-)

Mit besten Grüßen aus der Ruhrstadt Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Mit Trigger-Mails gegen Warenkorb-Abbrecher, der Trend in 2012

E-Mail-Marketing

E-Mail-Marketing

Wussten Sie das im Schnitt nur rund 58% der Besucher „mit Kaufabsicht“ auch zu Käufern konvertieren? „Warenkorb-Abbrecher„, ist daher zur Zeit DAS Thema der Marketer schlecht hin und eins der großen Thema für das E-Mail Marketing in 2012. Diese Trigger-Mails (=eventbezogene Kundenkommunikation) beim Abbruch – oder auch Remarketing-Mails genannt –  sind also ein spannendes Thema mit hoher Umsatzrelevanz.

Sind also pauschale Erinnerungsmails an Personen, die Einkaufsvorgänge auf der Webseite abgebrochen habe, generell sinnvoll? Pauschale Erinnerungsmails sicherlich nicht, aber gut gemachte Trigger-Mails können – salopp gesagt – in keinem Fall schaden und gut gemacht sehr viel nützen!

Wichtig: Ein ausdrückliches Einverständnis für die Daten-Verarbeitung und -Nutzung muss aber vorliegen! Das vergessen viele Markteilnehmer leider zu oft und setzen sich damit in die Nesseln, den diese Nachfass-E-Mails bedürfen detaillierter Nutzungsprofile über das individuelle Surfverhalten – und das fällt klar unter das BDSG.

Aber bevor wir uns zu lange ins rechtliche Themenfeld begeben, zurück zur Marketing-Sicht und in wie fern das Thema für eine längere Beachtung nun wirklich wert ist. Hier somit nochmal die klare Antwort: Es ist beachtenswert! Eine Umsatzsteigerung mit gezielten Trigger-Mails an Warenkorb-Abbrecher ist auf jeden Fall zu erwarten! Ich erinnere hier nochmal kurz an die eingangs erwähnten 58%…

Es existieren unzählige Studien die das Thema Abbrecher untersuchen, die jüngste heißt ECC-Shopmonitor Spezial und hat bei den 20 größten Onlineshops erforscht, was die primären Abbruch-Faktoren der Endverbraucher sind. Platze 1: Landing Page, 2: Produktangebot, 3: Registrierung, 4: Bezahlweise, 5: Zahlungsdaten und 6: Abschluss. Im Detail sind das dann oft Faktoren wie Versandkosten zu hoch, weiterer Informationsbedarf, fehlende Wunsch-Zahlungsoptionen, Vertrauen, Rückfragen aber keine direkte Kontaktmöglichkeit (z.B. Online-Chat oder direkt sichtbare Rufnummer), etc.

Welche ganzen Aspekte es bei der praktischen Umsetzung der Abbrecher-E-Mails zu berücksichtigen gilt, hat auch Rene Kulka in einigen Tipps und gedankliche Impulse sowie optischen Beispiel von Marktteilnehmern zusammengefasst: Zum Artikel von Rene Kulka (ca. in der Mitte des Artikels).

Grundsätzlich sollten diese Trigger-Mails keine bloßes Kopie des Warenkorbs darstellen, sprich keine pauschalen Massenmails an alle Abbrecher, sondern die Mails sollten kreativ gestaltet sein. Wichtig ist allerdings, dass sich der Nutzer nicht überwacht fühlt, aber Sie dennoch segmentiert auf die unterschiedlichen Abbruchgründe in den Nachfass-E-Mails auch unterschiedlich eingehen. Technisch sollte jede gute Mailsoftware solche Trigger-Mails automatisiert und zeitnah versenden können, einfach mal den eigenen ESP ansprechen.

P.s. Bei allem Potenzial dieser E-Mails, sollte der Aspekt nicht vergessen werden, das diese Mails überhaupt möglich sind da es Mängel im Onlineshop gibt, die natürlich ebenfalls beachtet und bei Möglichkeit behoben werden sollten.

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Stiftung Datenschutz noch 2011 ?!

Disskussion

Disskussion

Die Diskussion um die Stiftung Datenschutz (Siehe meinen Artikel aus 11/2009 zu den Ursprüngen sowie alle weiteren) ist auch in den letzten Tagen und Wochen wieder aktiv fortgesetzt worden. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner kündigte in einem Interview die Errichtung der Stiftung noch in diesem Jahr an.

Wichtigste Aufgabe sei die „Entwicklung eines Gütesiegels zur Bewertung von Datenschutzstandards“, so Ministerin Aigner. Gleichzeitig baut die Opposition vermehrt Druck auf das Bundesinnenministerium auf. Auf Antrag der SPD-Fraktion berichtete die Bundesregierung am 8. Juni 2011 im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über den Stand und Inhalt der Stiftung Datenschutz. Kritik kommt jedoch aus den Reihen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Kretschmer erklärte, dass die Stiftung Datenschutz vor allem eine Aufklärungsfunktion inne haben und kein Datenschutzgütesiegel entwickeln solle.

Die Meinungen sind hier durchaus gespaltenen, da als Reaktion auf die Datenskandale der vergangenen Tage und Wochen (u.a. bei Sony und Apple), die politische Diskussion um die Errichtung einer Stiftung Datenschutz wieder an Fahrt zugenommen hat. Gerade in der jetzigen Situation ist es wichtiger denn je, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen. Vor diesem Hintergrund hat die Berliner Datenschutzrunde gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der auf die Bedeutung eines Datenschutzgütesiegels hingewiesen wird. Diese können Sie hier lesen.

Kleiner Exkurs: In diesem Zusammenhang möchte ich auch gern auf einen aktuellen Gastbeitrag in der Financial Times Deutschland von Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU) verweisen, der sich dort für eine zurückhaltende Rolle des Staates sowie Selbstverpflichtungen der Unternehmen ausgesprochen hat. Das Internet sei ein Ort der Freiheit, der Selbstentfaltung und der Kommunikation. Statt neue Gesetze zu fordern, sollten Internetnutzer und Wirtschaft gemeinsam neue Regeln aufstellen. Der Staat solle erst dann regulierend eingreifen, wenn und wo es wirklich erforderlich sei. Oppositionspolitiker wie der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Dr. Konstantin von Notz MdB, aber auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sowie der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. übten scharfe Kritik an diesen Ansichten Friedrichs und forderten eine stärkere Rolle des Staates, um den Datenschutz im Internet wirklich zu gewährleisten.

Fazit: Da kommt wieder einiges an Gesprächsstoff auf uns zu, mal sehen wie heiß es gekocht und nachher gegessen wird. Ich halte Sie gern auf dem laufenden.

Mit den besten Grüßen aus der Ruhrstadt Essen und vielen Dank an die Berliner Datenschutzrunde für diese Updates zum Thema,
Ihr Jan-Philip Ziebold

P.s. Nebenschauplatz: Der Zeitplan für die Überarbeitung des europäischen Datenschutzrechts wird sich übrigends verzögern, In ihrem aktualisierten Arbeitsprogramm kündigt die Europäische Kommission die Vorlage eines Gesetzesvorschlags nun erst für November 2011 an.

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Checkliste E-Mail-Marketing, alle Rechtsvorschriften

E-Mail Marketing

E-Mail Marketing

In dieser Checkliste, angeregt durch eine Absolit Vorlage, gebe ich Ihnen in Form eines Schnellüberblickes die wichtigsten Punkte für die Umsetzung von korrektem E-Mail Marketing an die Hand. Vorab: Auch Newsletter – so informativ sie sein mögen – sind Werbung!

Online-Anmeldung:
Das Gesetz sieht die Möglichkeit einer elektronischen Einwilligung vor. Wichtig bei der Einwilligung: 1. eindeutige und bewusste Handlung, 2. muss protokolliert werden und 3. muss der Inhalt der Einwilligung jederzeit abgerufen werden können (§13 TMG)

Einwilligung / Opt-In:
E-Mail-Werbung ohne Einwilligung des Adressaten ist eine unzumutbare Belästigung. Im Klartext: Sie dürfen niemanden einfach so per E-Mail anschreiben. Dies auch nicht einmalig, um nachzufragen, ob dieser künftig Informationen von Ihnen erhalten möchte. Diese Regelung gilt für den Privatbereich als auch bei Geschäftskunden (Einzige Ausnahme: Bestehende Geschäftsbeziehungen, siehe auch §7 UWG). Sie dürfen das Opt-In / die Einwilligung und somit auch Bereitstellung von Telemedien zudem generell nicht von der Einwilligung des Nutzers in eine Verwendung seiner Daten für andere Zwecke abhängig machen (§12 TMG). Schauen Sie sich zu diesem Punkt auch den erweiterten Artikel nur zum Thema „Opt-In Erhebung“ an.

Keine Pflichtfelder:
Sammeln Sie nur Daten, die Sie wirklich benötigen (Datensparsamkeit). Außer der E-Mail-Adresse darf es keine Pflichtfelder geben, damit anonyme Nutzung möglich ist (§3 BDSG, §14 TMG).

Datenschutzhinweis:
Wenn Sie Daten wie zum Beispiel eine E-Mail-Adresse speichern, müssen Sie auf die Zweckbestimmung der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung hinweisen. Sagen Sie also, welche Inhalte Sie in welcher Frequenz zu versenden gedenken. Unterrichten Sie den Nutzer, wie Sie mit seinen Daten umgehen (§13 TMG).

E-Mail-Absender und Betreff:
Eine Werbemail muss als solche klar erkennbar sein. Aus Absender und Betreff muss der kommerzielle Charakter deutlich werden (§6 TMG). Dies erfüllen Sie beispielsweise wenn Sie als Absender Ihren Firmennamen/Domainnamen angeben und in der Betreffzeile Ihr Angebot – etwa Preisnachlass, Gewinnspiel oder Kundengeschenk – konkret benennen.

E-Mail-Fußzeile / Anbieterkennzeichnung:
Ein Newsletter braucht wie eine Website ein gültiges Impressum mit Namen, Anschrift, Vertretungsberechtigten, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Handelsregister- und Steuernummer (§5 TMG). Schreiben Sie all dies zudem am besten direkt in die E-Mail und nicht nur mit einem Hyperlink auf Ihre Website.

Abbestellmöglichkeit:
Schon bei der Adresserhebung darauf hinweisen, dass Ihr Newsletter jederzeit bequem wieder abbestellt werden kann. Und natürlich muss jede E-Mail am Ende auch immer eine Abbestellmöglichkeit enthalten (Hinweis auf Widerspruchsrecht nach §28 BDSG, §13 TMG).

Nutzungsprofile:
Wenn Sie messen, welche Angebote von welchem Nutzer angeklickt werden, erstellen Sie Nutzungsprofile. Ihr E-Mail-System muss gewährleisten, dass die Nutzungsprofile pseudonymisiert sind und nicht mit den E-Mail-Adressen zusammengeführt werden können. (§13 TMG bzw. genauer: § 13 Abs. 4 Nr. 6 und § 15 Abs. 3 TMG).

Mit dieser Checkliste fahren Sie sehr gut für den Start. Aber auch bereits aktive Anbieter im E-Mail Marketing sollten sich immer wieder selbst prüfen, ob sie diesen Regeln folgen und gezielt leben. Die Konsequenzen sind nicht zu vernachlässigen.

Nachfolgend finden Sie auch noch ein Schaubild, das die Änderungen die durch die BDSG Novelle bis 2012 in Kraft treten (bezogen auf E-Mail Werbung) kurz darstellen. Einfach anklicken und das Schaubild öffnet sich.

Änderungen BDSG

Änderungen BDSG

P.s. Allgemein zum Thema E-Mail Marketing findet Ihr hier weitere Beiträge: E-Mail Marketing Artikel

Es Grüße aus dem Ruhrgebiet,
Jan-Philip Ziebold

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Datenschutz-Gesetze, für wen gilt es: natürliche und/oder juristische Personen?!

Rechtslage

Rechtslage

Die deutschen Datenschutzgesetze (BDSG) orientieren sich ja erst einmal grundsätzlich am Begriff der personenbezogenen Daten natürlicher Personen. In der letzten Zeit wird jedoch öfter eine Anwendbarkeit der Datenschutzgesetze auch auf juristische Personen diskutiert. Im folgenden Artikel möchte der Autor (und darauf spezialisierter Rechtsanwalt) dies versuchen zu klären, sprich inwiefern die Datenschutzgesetze auch auf Daten juristischer Personen ohne Bezug zu einer natürlichen Person Anwendung finden können. Ein nicht unwichtiger Fakt wenn man länger darüber nachdenkt, gerade und im besonderen in Bezug auf Werbung/Werbemails/etc. .

Link zum oben erwähnten Beitrag: Hier klicken…

Den Details der Analyse aus dem verlinkten Artikel voraus gegriffen, möchte ich das Fazit von Rechtsanwalt Dr. Sebastian Kraska gern direkt hier zitieren:

„Daten juristischer Personen werden vom Anwendungsbereich der deutschen Datenschutzgesetze momentan weitestgehend ausgenommen, obwohl auch die Unternehmen grundsätzlich ein Interesse daran haben, datenschutzrechtlich Einfluss auf unternehmensbezogene Angaben zu nehmen. Bislang schützt das BDSG nur Angaben über natürliche Personen, wenngleich innerhalb Europas durchaus unterschiedliche Regelungskonzepte existieren. Insoweit ist auch die Tendenz in der aufsichtsbehördlichen und wissenschaftlichen Diskussion beachtlich, künftig gänzlich auf das Merkmal des Personenbezugs zu verzichten und damit juristische und natürliche Personen gleichermaßen zu schützen.“

P.s. Ebenfalls vom selben Blog, ist folgender und aktuell sicher nicht unspannender Artikel: „Was droht wenn kein Datenschutzbeauftragter bestellt wird?“

Mit besten Grüßen aus Essen und allen ein frohes gesegnetes neues Jahr,
Jan-Philip Ziebold

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Der Staat als Datenhändler – Kann das legal/richtig sein?

Ich habe schon öfter darüber geschrieben (somit eigentlich ein alter Hut), das öffentliche Stellen nicht sehr sorgsam mit Daten umgehen und auch teilweise mit diesen handeln. Aber da dieses Thema scheinbar nicht besser wird, ist es mal wieder eine Erwähnung wert. Zudem musste ich dies selbst erst kürzlich wieder privat feststellen, als ich umgezogen bin und einiges in meinem Briefkasten hatte.

Das ZDF-Magazins WISO berichtet (siehe Video unten) nun auch noch mal ausführlich darüber, sprich dass Einwohnermeldeämter die Meldedaten von uns Bürgern an Unternehmern unterschiedlichster Art weitergeben/verkaufen. Und dies nicht nur als reine Auskunft, sondern die Behörden lassen sich dies zudem auch noch sehr gut bezahlen (oft 5 bis 15 EUR pro Adresse!).
Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar bezeichnet dies schlicht als “Skandal”, doch machen kann er nicht viel, da dieses Handeln der Behörden leider in einigen Bundesländern völlig legal ist:

Beispielsweise nach den Regeln des bayerischen (Art. 32 Abs. 3 MeldeG) oder baden-württembergischen (§ 34 Abs. 3 MG) Melderechts sind die Gemeinden nämlich berechtigt, Meldedaten volljähriger Bürger an Adressbuchverlage zu übermitteln. Hier kann man sich nur per Opt-Out gegen wehren, sprich man müsste ausdrücklich widersprechen um die Weitergabe zu verhindern. Ein Vorgehen, das die Regierung bei Privatunternehmen sogar unter Strafe stellt… hier ist das explizite Opt-In der einzige Weg.

Der eigentliche Skandal besteht also in solchen gesetzlichen Regelungen… in der Doppelmoral und scheinbar zweierlei Mass mit der hier gemessen wird.
Okay, die Datenübermittlung ist in der Regel völlig legal, so fair muss man sein. Jedoch erfolgt in der Regel keine Gruppenauskunft, sondern viele Einzelauskünfte (z.B. nach §32 Mg Baden-Württemberg). Hier ist somit ausschließlich der Gesetzgeber gefragt und nicht die Kommune, die mehr oder minder zur Auskunft verpflichtet sind (Aber den Gesetzgeber interessiert dies scheinbar wenig, da dieses Thema bereits im letzten Jahr öfter akut in den Medien war…).

Der Wiso Bereicht zum Thema als Ergänzung:

P.s. Auch passiert die Datenweitergabe leider oft selbst wenn die Behörde Kenntnis davon hat, dass nicht nur keine Einwilligung, sondern ein klarer Widerspruch vorliegt und die Daten wegen Gefährdung einer strikten Auskunftssperre unterliegen.

Mit besten Grüßen aus Essen,
Ihr Jan-Philip Ziebold

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BDSG 2009 bis 2012 – Was ist neu und zu beachten!?

Seit 2009 hat sich sehr viel im Direkt- & Dialogmarketing getan. Neben der BDSG Novelle am 01.09.2009 die bis 2012 Step-by-Step greift, hagelt es auch anderweitig Gesetzesänderungen und viele neue Urteile die einige “Graubereiche” deutlicher beleuchten/einige eher unklarer machen…. Wir berichteten darüber die letzten Monate immer mal wieder.

Da man in diesem Dschungel an Informationen sehr leicht den Überblick verlieren kann, habe ich zusammen mit meiner Firma, der DZ-Media, hierzu eine Übersicht erstellt, die bereits von unseren Partnern in mehreren Blogs veröffentlicht wurde (danke hierfür!).

Eine Zusammenfassung aller Schaubilder in höherer Auflösung gibt es als PDF hier von DZ-Media bereitgestellt zum download, hier klicken.

Hier alle Schaubilder zum Thema “BDSG / Direkt- & Dialogmarketing  2009 bis 2012” in der Voransicht:


P.S.: Für Zusammenfassung aller Schaubilder als PDF zum download hier klicken!  :-)

Mit besten Grüßen aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

P.S.: Zur Direktmarketingagentur DZ-Media geht es hier lang: http://www.dz-media.de

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Die deutsche Datenschutzdebatte

Rechtslage

Rechtslage

Unter dieser Schlagzeile habe ich kürzlich bei netzwertig.com einen spannenden Artikel rund um das Thema gefunden, den ich Ihnen hier gern kurz vorstellen wollte.

Im Artikel heißt es: “Nichts scheint den Deutschen wichtiger zu sein als der Schutz ihrer Daten?! Denken Sie! Mit monetären Vorteilen ändern sich die Vorzeichen aber plötzlich, wie eine aktuelle Studie zeigt.”

Eine spannende Aussage, die netzwertig.com durchaus mit Fakten hintermauert, weiter heißt es: “Es gibt kaum ein Thema, das im Jahre 2010 (als auch 2009, siehe u.a. auch hier) die digitale Gesellschaft in Deutschland mehr bewegt als der Schutz der persönlichen Daten. Egal ob es um die Macht von Google geht, den zunehmenden Einfluss von Facebook, den Verlust der Anonymität im Internet oder die Konsequenzen ortsbezogener mobiler Netzwerke, etc.”.

Dieser Aussage kann ich natürlich nur zustimmen, das Thema war wirklich mehr als in aller Munde und wurde in meinen Augen auch völlig überzogen bis hin zu einer komplett vermurksten BDSG Novelle.

Hier geht es zum ganzen Artikel bei netzwertig.com.

E-Mail: Anderes Thema aber auch spannend:
Gerade entdeckt: http://zy0.de , ein nettes Tool für einen guten Blacklist- und Reputations-Test Ihrer E-Mail Server IP.

Beste Grüße aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

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Über den Autor

Jan-Philip ZieboldJan-Philip Ziebold ist Geschäftsführer bei der "DZ-Media Verlag GmbH - Werbe- & Mediaagentur für Direktmarketing" in Essen und schreibt in diesem privaten Blog über Trends, Tipps sowie News rund um das Thema Direktmarketing. Jan-Philip Ziebold bei Xing Jan-Philip Ziebold bei Facebook Zur DZ-Media Webseite

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