Direktmarketing Blog

Trends, Tipps, Studien und mehr rund um das Thema Direktmarketing – Ein privater Blog von Jan-Philip Ziebold

Möglicher Risikofaktor für Bewerber: Social Networks

Politik: mehr Schutz für Arbeitnehmerdaten

Gastbeitrag von Frédéric Pansch

Die Bewerberin sitzt nun in der zweiten Bewerbungsrunde – sozusagen im Recall –  für die Stelle als Junior-Online-Marketing-Managerin. Vor ihr sitzt ein Gremium aus Personaler, Geschäftsführerin und Senior-OMM. Jetzt bloß nichts Falsches sagen. Die Geschäftsführerin scheint überzeugt von den Qualifikationen und dem Auftreten der Bewerberin. Beim Verlassen des Gespräches hat die Bewerberin ein sehr gutes Gefühl. Als eine Woche später eine schriftliche Standardabsage kommt, ist die Bewerberin am Boden zerstört.

Weit mehr als „nur“ Bewerbungsunterlagen

Was diese fiktive Bewerberin nicht wusste: neben ihrem Lebenslauf, ihrem Bewerbungsanschreiben, ihren Referenzen und dem persönlichen Eindruck wurden auch weitere Fakten zu ihr gesammelt und bewertet. Die Bilder des letzten Ibiza-Urlaubs mit ihren Freundinnen und den vielen Urlaubsbekanntschaften bildeten hier eine fundierte Grundlage, um sich ein soziales Profil von ihr zusammen zu reimen und reichte dem Entscheidergremium aus, um einen unsteten Lebenswandel anzunehmen. In Kombination mit anderen Bewerbern mit ähnlichen Qualifikationen aber ohne negative Ansatzpunkte im Internet war die Absage vorprogrammiert.

Arbeitgeberrecherchebasis Social Networks

Schon lange vor einem Bewerbungsgespräch haben Firmen heutzutage die Möglichkeit gezielt Informationen über Bewerber zu sammeln und zusätzlich zu den Bewerbungsunterlagen als Entscheidungsgrundlage heranzuziehen. Allen voran bilden hier soziale Netzwerke eine fundierte Recherchebasis. XING Facebook, meinVZ, WKW & Co. können gezielt genutzt um genaue Informationen über Arbeitnehmer (und solche, die es werden wollen) einzuholen. Gerade nicht so versierte Nutzer dieser sozialen Netzwerke wissen nicht, dass sie jedem X-beliebigen  Zugriff auf private Daten gewähren, wenn sie nicht restriktiv mit ihren Privatsphäreeinstellungen umgehen. Während dies bei XING geradezu gewünscht ist, da es sich um ein Karrierenetzwerk für berufliche Zwecke handelt, sind die anderen Netzwerke meistens eher privater Natur und werden auch überwiegend so genutzt.

Politik diskutiert besseren Datenschutz für Angestellte

Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ (Montagsausgabe) äußerte sich Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP)  am vergangenen Wochenende auf einer Tagung der evangelischen Akademie in Tutzing dazu, dass der Arbeitnehmer-Datenschutz grundlegend verbessert werden müsse. Neben den Gesundheitstests, die bei einigen Unternehmen zum Standardbewerberverfahren gehören, bei denen bspw. Blutproben der Bewerberinnen und Bewerber verlangt werden, war der kritische Fokus auf das Thema Recherche in sozialen Netzwerken gerichtet. Hier sieht die Ministerin Handlungsbedarf. Internetrecherchen mit frei zugänglichen Informationen seien legitim; solche Recherchen jedoch, bei denen sich der zukünftige Arbeitgeber in ein Netzwerk einschleiche, um Bewerberinnen und Bewerber auszuforschen, möchte die Ministerin zukünftig unterbinden.

Social Networks als Bewerber nutzen

Was nun die Politik im Bereich der Arbeitgeberonlinerecherche auf den Plan ruft, ließe sich seitens der Bewerberinnen und Bewerber eigentlich relativ einfach unterbinden, beziehungsweise für die eigenen Zwecke nutzen. Stellen wir uns vor, unsere fiktive Bewerberin aus der Einleitung, hätte sich vorher Gedanken über eine mögliche Recherche des potentiellen zukünftigen Arbeitgebers gemacht. Sie hätte beispielsweise den Schutz ihrer Privatsphäre in den sozialen Netzwerken so einstellen können, dass man von außen nichts von ihr gefunden hätte und auch innerhalb des Netzwerkes nur persönliche Freunde Einsicht in ihre Daten gehabt hätten. Der Königsweg wäre natürlich gewesen, wenn die Bewerberin statt Minuspunkten, Pluspunkte durch ihre digitale Selbstdarstellung hätte sammeln können. Hätte sie bei einer „offenherzigen“ Privatsphäre-Einstellung beispielsweise ihre gemeinnützigen Tätigkeiten kombiniert mit Bildern von offiziellen Anlässen wie der Diplomabschlussfeier gezielt in soziale Netzwerke einfließen lassen, wäre das Fremdbild, das sich für die Personaler ergab, natürlich ein ganz anderes gewesen. Dies hätte dann in umgekehrter Weise wirken können und sie hätte wegen der guten Qualifikation und dem seriösen Fremdbild die Stelle bekommen.

Tipps für die Privatsphäreeinstellungen in Social Networks

Eine Studie des Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen von 2008 beschreibt im Kapitel 8, wie sich Nutzerinnen und Nutzer von Social Networks vor einer ungewollten Transparenz schützen können.

Der Stern hat im Rahmen des Onlineratgebers „Zehn Tipps zum Selbstdatenschutz“ eine fundierte Übersicht zum Thema veröffentlicht.

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Kundenbindung mit Facebook von der PR zum Direktmarketing – am Beispiel Victoria´s Secret

Gastbeitrag von Frédéric Pansch

Facebook hat mittlerweile einen enormen Stellenwert, wenn es um das Erreichen der eigenen Zielgruppe geht.

Wen wundert es? Denn bei weltweit circa einer halben Milliarde Mitgliedern und 10 Millionen Mitgliedern alleine in Deutschland* bietet Facebook eine ideale Basis, um auch Schnittmengen der eigenen Zielgruppe vor Ort zu finden. Facebook bietet für Unternehmen somit eine gute Grundlage, um in einem sozialen Netzwerk in die direkte Kommunikation mit den eigenen Kunden oder potentiellen Kunden einzutreten.

Fanseiten: Die Visitenkarten der eigenen Marke (und mehr)

In den Kontakt zu den Mitgliedern des sozialen Netzwerkes kann mittels sogenannter Fanseiten, bei denen sich die Benutzer des Netzwerkes als Fans eines Unternehmens, einer Aktion, eines Vereins oder auch schlicht eines Statements bekennen können, getreten werden. Diese Möglichkeit nutzen bereits viele Unternehmen weltweit.

Partizipation par Naturalis

Bei den einzelnen Fanseiten ist eine enorme Diskrepanz sowohl zwischen den Fanzahlen als auch der Benutzeraktivität bei einzelnen Unternehmen, Marken, Vereinen et cetera zu sehen. Dies liegt auf den ersten Blick unter anderem  daran, dass es Unternehmen gibt, die dafür prädestiniert zu sein scheinen, um eine große Anzahl an Fans anzuziehen. Dies hat mit Markenreputation aber natürlich auch mit den eigenen Produkten und dem Kommunikationsrahmen zu tun, der genutzt werden kann.  Als Beispiel hierfür lässt sich die Fanseite von Victoria´s Secret anführen, die mittlerweile weltweit fast 4,5 Millionen Fans hat.

Von nichts kommt nichts

Das Victoria´s Secret-Beispiel verdeutlicht aber, dass es eben nicht ausreicht einfach nur einen bekannten Markennamen mit den passenden Botschafterinnen zu haben. Denn das haben viele andere Firmen auch – aber dennoch keinen beachtlichen Stamm an Fans bei Facebook. Was auffällig bei erfolgreichen Facebook-Fanseiten ist, ist die kontinuierliche und konsistente Kommunikation mit den eigenen Fans. Hierbei ist von entscheidender Bedeutung, dass die Leserinnen und Leser stets zur Beteiligung aufgefordert werden. Die Kommunikation ist als stetiger Dialog geplant. Der Empfänger der Botschaften kann, wenn er dies wünscht, jederzeit auch zum Sender werden.

Von der PR zum Direktmarketing

Wenn man nun in einer funktionierenden Fangruppe beispielsweise eine schöne Gutscheinaktion laufen lässt, folgt auf dem Facebook-Fangruppen-Besuch vielleicht auch bald der Schritt in den Laden, den Onlineshop, den Kiosk oder wo auch immer die jeweiligen Produkte der eigenen Marke vertrieben werden. Und hier liegt dann auch der Schulterschluss zwischen der eigentlich als dialogische Public Relations angelegten Kommunikation mit den Kunden und dem Direktmarketing zur Förderung des Abverkaufs.

Um bei dem Beispiel mit den schönen Frauen in knappen Dessous zu bleiben: Im März 2010 forderte die amerikanische Wäschemarke ihre Fans auf, sich an einer Umfrage zu beteiligen, welches „iLike-Panty“ ihnen am besten gefalle (zur Erklärung die iLike-Funktion heißt beim Deutschen Facebook „Gefällt mir!“). Nachdem die Fans der Gruppe einen Favoriten gekürt hatte, wurde der Link zu einem Coupon veröffentlicht, den die Nutzer ausdrucken und schnellstmöglich in den nächsten Victoria´s Secret-Laden bringen sollten. Das limitierte Höschen konnte mit dem Coupon umsonst in den Filialen abgeholt werden. Es war sehr bald vergriffen, da die Kundinnen in die Läden strömten, um sich das demokratisch gewählte Höschen einzustecken.

Der Clou für die Victoria´s Secret-Läden  ist im Cross-Selling zu suchen. Denn eine Kundin, die erst einmal in den Laden gegangen war und die diversen POS- (Point of Sale –  also der Ort des Verkaufs) Maßnahmen und Eindrücke aufgenommen hatte, konnte den Laden natürlich nicht verlassen ohne sich eine Kleinigkeit zu gönnen ;).

Nutzen für die eigene Fanpage

Natürlich sollte die Facebook-Fanpage des eigenen Unternehmens oder der eigenen Marken immer in die bestehende Kommunikation (Corporate Communication) integriert sein. Nichtsdestotrotz zeigt das Victoria´s Secret Beispiel, dass man hier ruhig etwas verspielter herangehen kann. Quintessenz muss der Wohlfühlfaktor für die Fans sein. Sie müssen gerne mitlesen und animiert werden, um sich an Aktionen zu beteiligen. Wenn ein gewisser Stamm an Fans da ist, können mittels geschickter Ansprache auch Aktionen beworben werden, die in zweiter Instanz beispielsweise dem Abverkauf dienen. Auch die gezielt initiierte virale Kommunikation (SWYN) bei Aktionen sollte genutzt werden.

Die Überlegung einen professionellen Dienstleister mit der Erstellung der Fanpage und der redaktionellen Inhalte sowie Direktmarketingaktionen zu betrauen sollte angestellt werden. Nichts ist abschreckender für potentielle Fans als eine verwaiste Pinnwand und niedrige Fanzahlen :).

*(Quelle: http://www.onlinekosten.de/news/artikel/39688/0/Facebook-10-Millionen-deutsche-Mitglieder)

Webtipps bezüglich Fanpages bei Facebook:

Die fünf Säulen für eine erfolgreiche Facebook Fanpage

Zehn Bausteine für eine erfolgreiche Facebook-Fanpage

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Google möchte im Social-Web mitbützen: Buzz verleiht Gmail die Funktionalität von Facebook & Co. – Chancen für das Direktmarketing?

Gastbeitrag von Frédéric Pansch

Am  11. Februar 2010 war es wieder soweit: Närrinnen und Narren landauf, landab warteten darauf, dass der große und der kleine Zeiger auf die elf wiesen, um die fünfte Jahreszeit mit einem fröhlichen Helau oder Alaaf  begrüßen zu können. Der Donnerstag vor Karneval, der als Weiberfastnacht bezeichnet wird, läutet dann auch das große Bützen (so der Name für Küsschen im Karneval) ein. Da braucht es dann auch kein World-Wide-Web, damit Jung und Alt ihre neuen und alten sozialen Kontakte pflegen können.

An den restlichen Tagen des Jahres nutzen immer mehr Deutsche die praktischen Webangebote zur Pflege und zum Ausbau ihres Bekanntenkreises. Facebook war in den letzten Monaten der klare Sieger; doch auch wer-kennt-wen und die zahlreichen Verzeichnisse erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Für die Generation Kurznachricht gibt es dann ja auch noch Twitter, um die Welt stets an den wichtigen und nichtigen Kleinigkeiten des Alltags partizipieren zu lassen.

Ein Player, der eigentlich stets die Nummer 1 bei allen Webapplikationen sein möchte, hat diesen Trend bislang nicht für sich nutzen können – bzw. nur lokal begrenzt mit Orkut, einem sozialen Netzwerk das bspw. in Südamerika beliebt ist. Doch nun will Google international Boden wett machen. Buzz, so der Name der Applikation, die implementiert in gmail, den Konkurrenten Facebook und Co. das Fürchten lehren soll, verbindet die Funktionen des Mail-Client mit den modernen Social-Web-Funktionen. Auch die Einbindung von Twitter, Picasa, Flickr und Google Reader ist bereits geschehen. Google wäre nicht Google, wenn man nicht noch einen Schritt weiter gehen würde. Die Integration von Buzz in mobilen Endgeräten (Android ick hör Dir trapsen) ist nämlich auch schon in der Mache. Hier soll Buzz eine Liaison mit Google-Maps eingehen und der Kreis könnte sich schließen.

Die Chancen, die das Social-Web schon heute für das Direktmarketing bietet, könnten durch Buzz einfacher zu nutzen sein. Ob Viralkampagnen, Guerillamarketing  oder die Rückbesinnung auf das lokale Marketing (besonders in Form des mobilen Marketing in Smartphones): Alles ließe sich über Buzz abbilden. Und brauchte es bisher mehrere Maßnahmen, um verschiedene Bereiche abzudecken (bspw. E-Mail-Marketing, Tweet-Marketing, Social-Web-Marketing) so könnte mit Buzz eine Tür für eine automatische Abdeckung all dieser Kanäle geöffnet werden.

Ein großes Manko, das im Zusammenhang mit Google oft im Gespräch ist, wird durch Funktionalitäten von Buzz nur noch verstärkt werden:  Datenschützer beklagen, dass Google mit Buzz noch mehr Daten miteinander verknüpft und noch exaktere digitale Profile seiner Nutzer speichert. Zu diesen Bedenken gesellen sich, durch eine Funktion, die eigentlich von großem Nutzen sein sollte, noch Weitere: Die Funktion „Nur die interessanten Themen“ filtert nämlich „wahrscheinlich uninteressante“ Nachrichten, auf Grundlage des erhobenen Interessenprofils des Benutzers, automatisch aus. Google sagt dem Benutzer also entweder, was interessant für ihn zu sein hat, oder, dass man den Benutzer so gut kennt, dass man genau weiß, was für ihn interessant ist. So oder so also eine Funktion mit enormem Diskussionspotential.

Ob die Chancen für Nutzer und Marketer die Risiken überwiegen, wird sich allerdings überhaupt erst dann abzeichnen, wenn Buzz es tatsächlich schafft viele Nutzer in seinen Bann zu ziehen. Bis dahin wird das digitale Bützen noch weit hinter der analogen Variante hinterherhinken.

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Über den Autor

Jan-Philip ZieboldJan-Philip Ziebold ist Geschäftsführer bei der "DZ-Media Verlag GmbH - Werbe- & Mediaagentur für Direktmarketing" in Essen und schreibt in diesem privaten Blog über Trends, Tipps sowie News rund um das Thema Direktmarketing. Jan-Philip Ziebold bei Xing Jan-Philip Ziebold bei Facebook Zur DZ-Media Webseite

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